Weniger Religionsunterricht wegen Spardruck

In der 3. und 4. Primarklasse wird der ökumenische Religionsunterricht in der Stadt Basel ab nächstem Schuljahr auf eine Lektion beschränkt. Ausschlaggebend war finanzieller Druck bei der reformierten Kirche. Das katholische Rektorat stützt den Entscheid.


«Natürlich bedauern wir diese Veränderung», sagt Andrea Albiez, Rektorin für Religionsunterricht der Römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt. Ihr wäre es lieber gewesen, die beiden Landeskirchen hätten in der Primarschule weiterhin zwei Lektionen ökumenischen Religionsunterricht erteilen können.

Nun wird es aber in der 3. Primarschulklasse ab Schuljahr 2018/2019 nur noch eine Lektion sein. Im folgenden Jahr wird auch in der 4. Klasse der Religionsunterricht auf eine Lektion zurückgenommen. Bereits jetzt wird in der 1. und 2. Schulklasse jeweils eine Stunde Religionsunterricht (RU) erteilt.

«Ein gutes Produkt»

Richard Atwood, Rektor für Religionsunterricht bei der Evangelisch-reformierten Kirche, sagte gegenüber der «Basellandschaftlichen Zeitung» (BZ, 13. Juli), auch der RU könne den angesagten Sparmassnahmen in der evangelischen Kirche nicht entgehen. Knapp ein Drittel des entsprechenden Budgets müsse künftig eingespart werden. Und dies, obschon der Unterricht «schlicht und einfach ein gutes Produkt» sei.

Auch wenn sich die finanzielle Frage in der katholische Kirche im Kanton Basel-Stadt (noch) nicht in dieser Dringlichkeit stellt, so wurde die Reduktion der Stundenzahl gemeinschaftlich entschieden, sagte Andrea Albiez gegenüber kath.ch. Die Kosten für den ökumenischen Religionsunterricht teilen sich die evangelisch-reformierte und die römisch-katholische Kirche zur Zeit im Verhältnis von 2:1.

Lehrplan wurde angepasst

Da mit den Neuerungen nur mehr die Hälfte der Unterrichtszeit zur Verfügung steht, wurde laut Albiez auch der Lehrplan für den Religionsunterricht angepasst. So stehen den Lehrpersonen auch mit der geringeren Stundenzahl wieder frei verfügbare Einheiten zur Verfügung.

Entsprechend haben die beiden Rektorate in den vergangenen zwei Jahren einen neuen Unterrichtsplan für den ökumenischen RU erarbeitet. Das sei nach 20 Jahren auch Zeit geworden, wird Atwood in der BZ zitiert. Die Inhalte für den Religionsunterricht wurden am nationalen «Lehrplan 21» für die Volksschulen ausgerichtet.

Im Kanton Basel-Stadt liegt der Religionsunterricht in der Verantwortung der Landeskirchen und wird auch von diesen finanziert. Vom 1. bis 6. Schuljahr findet der RU ökumenisch im Rahmen der Volksschule statt. Der konfessionelle Unterricht wird in den Kirchgemeinden beziehungsweise Pfarreien durchgeführt. (ms/kath.ch)