Ökumene: Katholische Bischöfe halten am Ziel «Kircheneinheit» fest

Die katholischen deutschen Bischöfe halten trotz jüngster Verwerfungen in den Beziehungen mit der evangelischen Kirche in Deutschland am Ziel der Kircheneinheit fest.

«Der ökumenische Weg ist der Weg der katholischen Kirche», heisst es in dem Grundsatzpapier der katholischen Bischöfe in Deutschland. Bild: Wikimedia

In einem am Freitag, 26. September, in Fulda veröffentlichten Wort zur Ökumene betonen sie, dass die katholische Kirche den vom Zweiten Vatikanischen Konzil vor 50 Jahren begonnenen Weg zur Wiedergewinnung der kirchlichen Einheit fortsetzen wolle. Dabei gehe es sowohl um die vor fast 1000 Jahren zerbrochene Gemeinschaft zwischen den Kirchen des Ostens und des Westens als auch um die «Anfragen der Reformation», deren 500. Jahrestag im Jahr 2017 begangen wird.

Kontroversen überwinden

«Der ökumenische Weg ist der Weg der katholischen Kirche», heisst es in dem Grundsatzpapier. Entschieden müsse sie «alles tun, um auf dem Weg zur Wiederherstellung der vollen Einheit voranzukommen.» In den 50 Jahren seit dem letzten Konzil sei im Dialog zwischen den Kirchen viel erreicht worden. Grundlegende Gemeinsamkeiten seien neu bewusst und Kontroversen überwunden worden.

Meilensteine

Als Meilensteine erwähnen die Bischöfe die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre von 1999, der sich nach dem Lutherischen Weltbund inzwischen auch der Weltrat der Methodistischen Kirchen angeschlossen habe. Auch die wechselseitige Anerkennung der Taufe unter den christlichen Kirchen, die 2007 in Magdeburg unterzeichnet wurde, sei eine Frucht dieses Dialogs. Unterschiede bestünden «vor allem noch im Blick auf die sichtbare Gestalt der Kirche». Die Bischöfe brachten die Hoffnung zum Ausdruck, dass auch auf diesem Gebiet die theologische Verständigung vorankommen werde. Die anhaltenden Differenzen erforderten einen «geduldigen, aber auch ausdauernden Dialog».

«Einheit der legitimen Vielfalt»

Im Zentrum solle dabei die Frage stehen, wie die Kirche ihrem Auftrag zur Verkündigung des Evangeliums heute gerecht werden könne. Die angestrebte Einheit sei keine Uniformität, sondern eine «Einheit der legitimen Vielfalt», heisst es in dem Papier. Anlass für den Text der Bischöfe ist der 50. Jahrestag des Grundsatzdokuments zur Ökumene, den das Zweite Vatikanische Konzil am 21. November 1964 unter dem Titel «Unitatis redintegratio» (Die Wiedererlangung der Einheit) verkündet hatte. (kipa)