Nochmals ein Valentinstag

Tausende Freiwillige verkaufen am 5. März im Rahmen der ökumenischen Kampagne schweizweit wieder Tausende Rosen. Die Aktion ist ein Erfolg, aber das Produkt Rose sorgt für zwiespältige Gefühle.

Sag's durch die Blume: Am 5. März warten an 850 Verkaufstellen 130'000 Rosen auf eine Käuferin oder einen Käufer. (Bild: Marco Verch/CC BY 2.0)

130’000 Rosen sollen, wenn’s gut läuft, bis am Samstagabend einen Abnehmer finden. «Die Rosenaktion findet dieses Jahr bereits zum elften Mal statt», sagt Urs Walter, Medienverantwortlicher von Brot für alle. Der Verkauf sei in vielen Kirchgemeinden und Pfarreien inzwischen Tradition. Er begrüsst, dass viele Freiwillige, darunter Jugendgruppen, Konfirmanden oder Religionsklassen die Fairtrade-Rosen unter die Leute bringen. «Dadurch befassen sich immer wieder andere Köpfe mit dem Thema Entwicklungszusammenarbeit.» Rund eine halbe Million Franken soll der Verkauf einbringen. Das Geld fliesst in Projekte von Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein.

Tee anstelle von Rosen

Auf rund 4’000 Freiwillige können die Entwicklungsorganisationen zählen. Die Helfer seien treu, aber das Thema Rosen sorge immer mal wieder für Diskussionen, sagt Walter. Dass im Winter importierte Rosen aus Afrika verkauft werden, komme nicht nur gut an; es gebe gute Argumente dafür und dagegen. Einen adäquaten Sympathieträger zur Rose habe man bisher aber noch nicht gefunden, bedauert Walter. Während Jahren habe man es parallel mit dem Verkauf von Tee probiert. Die Resonanz sei aber bescheiden. «Es ist einfach nicht dasselbe, ob man einen Teebeutel oder eine Rose bekommt.»

Die Migros springt ab

Die Rosen mit dem Max Havelaar-Label stammen von einer Rosenfarm in Tansania. Seit Beginn der Aktion im Jahr 2005 hat jeweils die Migros die Kosten für die Blumen übernommen, beendete 2013 jedoch das Sponsoring. Man habe damals nach Überprüfung aller Engagements so entschieden, heisst es auf Anfrage bei der Migros. Ein Grund sei gewesen, dass die Aktion auf nur einen Tag beschränkt ist, so Martina Bosshard.

Trotz dem Ausstieg des Grossverteilers setzen die Einwicklungsorganisationen weiterhin auf den Rosenverkauf, da er sich «sehr gut etabliert hat», wie es auf der Website der Rosenaktion heisst: «Der Rosenverkauf ist zur Finanzierung unserer Süd-Projekte (fast) unverzichtbar geworden.»

Nur noch 4 Franken für den Süden

Die drei Organisationen kaufen die Rosen weiterhin über «TGW», den Blumenpartner der Migros, seit drei Jahren jedoch auf eigene Rechnung. Weil die Migros die Einstandskosten nicht mehr übernimmt, schrumpft der Gewinn um fast einen Fünftel: Beim Verkaufspreis von 5 Franken pro Rose könnten nur noch «etwas über 4 Franken» für die Südarbeit eingesetzt werden. Die Einbusse treffe jedoch nicht die rund 1‘100 Frauen und Männer auf der Rosenfarm, die rund 47 Hektaren bewirtschafteten.