Neujahr
Neun gute Taten zum neuen Jahr
Komplimente machen
Damit möchte ich dieses Jahr Wildfremden eine Freude machen: Mit einem Kompliment für die schönen Schuhe, die sie tragen oder die coole Frise. Den ausgewählten Stil oder das herzerwärmende Lächeln. So, wie es Amerikaner und Kanadierinnen machen, die Meisterinnen für kleine Aufmerksamkeiten. (baz)
Unfallgefahr minimieren
Das möchte ich meinem Mann zugute tun: Ein hindernisfreieres Zusammenleben. Will heissen, wenn ich zuhause aufräume, beginne ich damit nicht gleichzeitig hier und da und dort auch noch gleich – und lasse überall Schubladen offenstehen. Stolperfallen sagt mein Mann und schickt jeweils hinterher: «Das cha wüeschti Unfäu gä». Ihm zuliebe gehe ich also ab Januar beim Ausmisten geordneter vor. (baz)
Handy aufräumen
Ich habe einen Freund, der kann nichts wegwerfen. Alles aus seinem Briefkasten landet auf einem Stapel, den er abarbeitet - vom Quartieranzeiger bis zum SVP-Wahlflyer. Zeitungen hat er keine abonniert - die müsste er dann ja auch noch lesen! Was beim Freund der Briefkasten ist, ist bei mir das Handy: Ich lese, was sich aufdrängt: Push-Benachrichtigungen oder von Algorithmen ausgewählte Empfehlungen. Um mich selbstbestimmter zu informieren, räume ich mein Handy auf: Ich lösche reine Zeitfresser und schalte Benachrichtigungen aus. (eba)
Gebrauchtwaren suchen
In den Tagen vor Weihnachten tätige ich in der Regel wilde Last-Minute-Bestellungen auf Galaxus. Dabei findet man das meiste auch Tutti, Ricardo oder lokalen Marktplätzen. 2024 haben wir über solche Kleinanzeigen unter anderem ein Kinderbett, einen Esstisch und einen Router so erstanden. Verkauft oder verschenkt haben wir zum Beispiel ein Sofa, eine Solardusche und ein paar Ski. Dieses Jahr halte ich auch im Geschenkstress inne und suche zuerst nach Gebrauchtwaren. Das ist ökologischer und erst noch günstiger. (eba)
Elektroschrott vermeiden
Technik fasziniert mich. Doch beim Kauf neuer elektronischer Geräte denke ich häufig an die umweltschädlichen Lithium-Minen oder die Berge an Elektroschrott in fernen Ländern. Dabei horten die meisten Menschen noch zahlreiche funktionierende Smartphones und Laptops bei sich zuhause - viele davon sind noch gar nicht so alt. Mein Vorsatz: Zuerst schauen, ob mein Wunschgerät online auch in gebrauchter Form erhältlich ist. (pef)
Nachhaltig konsumieren
Ich habe spät im Leben mit Kaffeetrinken angefangen, dann aber richtig. An einem stressigen Tag komme ich leicht auf sieben bis acht Tassen. Um was für Kaffee es sich dabei handelte, war mir herzlich egal. Meist griff ich im Supermarkt zu den günstigen Prix Garantie-Produkten mit 30 Kapseln. Das reichte für die nächsten paar Tage. Mein Vorsatz für dieses Jahr: Weniger und nachhaltigeren Kaffee trinken. Fairtrade-Kaffee gibt es mittlerweilen fast überall zu kaufen und er ist nicht einmal viel teurer. (no)
Bücher lesen
In unserem hektischen Alltag bleibt meist nur wenig Zeit, um Bücher zu lesen. Schon gar nicht die dicken Schinken der Weltliteratur. Aber kann man diese Erde wirklich verlassen, ohne den «Zauberberg», «Die Brüder Karamasow» oder «Der Mann ohne Eigenschaften» zu kennen? Natürlich kann man, aber es wäre ein Fehler. Vor ein paar Jahren habe ich mir deshalb den Vorsatz gemacht, mir jedes Jahr wengistens ein literarisches Schwergewicht vorzunehmen. Für dieses Jahr habe ich mich noch nicht festgelegt, aber zur Auswahl stehen zwei Bücher: Roberto Bolanos «2666» oder – die Bibel. Gerade Letztere soll ja auch zu guten Taten anspornen. (no)
Brocki besuchen
Sich eine Salatschüssel oder einen Schraubenzieher zu besorgen, wird einem heute recht einfach gemacht: Ein paar Klicks – und oft schon am übernächsten Tag liegt das Päckchen vor der Tür. Doch macht so das Einkaufen Spass? Und schont es die Umwelt? Kaum. Deshalb nehme ich mir vor, das nächste Mal zuerst im Zürcher Brockenhaus nachzuschauen. Dort findet man unzählige Gebrauchtwaren, die noch in tadellosem Zustand sind und erst noch eine Geschichte haben. Mit dem Einkauf im Brockenhaus schont man Ressourcen und hilft zudem Menschen, denen es nicht so gut geht wie einem selbst. Mit dem Gewinn werden soziale Einrichtungen unterstützt. (hz)
Nachbarschaft pflegen
Mit drei meiner Nachbarn wechsle ich ab und zu ein paar Worte, die anderen Parteien in unserem Wohnblock kenne ich kaum. Man sagt sich «Hoi» und «Tschau», mehr nicht. Dieses Jahr nehme ich mir vor, bei mindestens einem dieser Nachbarn zu klingeln und zu sagen: «Guten Tag, ich bin dein Nachbar, wie geht’s?» Um dann weder nach Zucker oder einem Kleinkredit zu fragen noch über Lärm oder verstellte Kellereingänge zu klagen. (hz)