Neue Standards für Ausbildung von Pfarrpersonen

Das Konkordat der reformierten Kirchen hat neue Standards für das reformierte Pfarramt in der Deutschschweiz beschlossen. Damit soll den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung getragen werden.


Der Pfarrberuf sei ein Schlüsselberuf für die Kirche, heisst es in der offiziellen Mitteilung vom 4. Dezember. Deshalb habe er in den strategischen Überlegungen zur Positionierung der Kirchen eine grosse Bedeutung.

Das interkantonale Ausbildungskonkordat, in dem die reformierten Kantonalkirchen der deutschen Schweiz mit Ausnahme von Bern zusammengeschlossen sind, hat daher beschlossen, ein neues Kompetenzstrukturmodell als verbindlich für die Ausbildung und Zulassung der Pfarrerinnen und Pfarrer zu setzen.

Darin sind einige tiefgreifende Neuerungen vorgesehen. So sollen bei Pfarrerinnen und Pfarrern überfachliche Fähigkeiten künftig stärker gewichtet werden, mit der theologischen Urteilskraft als notwendiger Voraussetzung.

Zu diesen Kompetenzen gehört etwa die Team- und Konfliktfähigkeit, die im Hinblick auf die Entwicklung zu grösseren Pfarrteams wichtig ist, aber auch die Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit Freiwilligen. Schliesslich sollen Pfarrerinnen und Pfarrer unternehmerischer und risikofreudiger werden, weil es im veränderten gesellschaftlichen Umfeld den Mut zu neuen Formen von Kirche braucht.

Die neuen Standards werden im Rahmen eines Gesamtcurriculums für die Pfarrausbildung umgesetzt. Dazu gehören neben dem Theologiestudium ein Praktisches Semester, ein einjähriges Vikariat nach dem Studienabschluss und eine fünfjährige Phase der Weiterbildung in den ersten Amtsjahren. Auch im Zusammenhang mit dem geplanten Quereinsteiger-Studiengang wird das neue Kompetenzstrukturmodell Grundlage sein.

«Standards für die Aus- und Weiterbildung der evangelisch-reformierten Pfarrerinnen und Pfarrer» (PDF)