Krieg im Nahen Osten
Netanjahu schlägt Trump für Friedensnobelpreis vor
Zu Beginn eines gemeinsamen Abendessens im Weissen Haus lobte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Trumps «Streben nach Frieden und Sicherheit, das Sie in vielen Ländern, aber jetzt insbesondere im Nahen Osten, anführen». Trump schmiede «in diesem Moment Frieden, in einem Land, in einer Region nach der anderen». Dann reichte Netanjahu Trump die Kopie eines Briefs, den er an das Nobelpreiskomitee geschickt habe, um ihn für den Friedensnobelpreis zu nominieren.
«Sie haben ihn verdient, und Sie sollten ihn bekommen», sagte der israelische Regierungschef. «Wow», erwiderte Trump. «Gerade von Ihnen ist das sehr bedeutungsvoll.»
Wer für die Nobelpreise nominiert wurde, wird von den Nobelinstitutionen in Stockholm und Oslo traditionell 50 Jahre lang geheim gehalten. Immer wieder kommt es aber vor, dass Nominierungsberechtigte von sich aus preisgeben, wen sie als Kandidaten für einen der Preise empfehlen. Wer in diesem Jahr den Friedensnobelpreis erhält, wird am 10. Oktober bekanntgegeben.
Der US-Präsident zeigte sich zuversichtlich, dass es zu einer Einigung zwischen Israel und der Hamas kommt: «Sie wollen sich treffen und sie wollen diese Waffenruhe». Trumps Sonderbeauftragter für den Nahen Osten, Steve Witkoff, reist nach Angaben des Weissen Hauses diese Woche erneut in die katarische Hauptstadt Doha, um an den indirekten Gesprächen über eine Waffenruhe im Gazastreifen und die Freilassung von Geiseln teilzunehmen.
Die Frage von Journalisten, ob eine Zweistaatenlösung möglich sei, liess Trump seinen israelischen Gast beantworten. Die Palästinenser sollten sich zwar selbst regieren können, die Sicherheit werde aber «immer in unseren Händen bleiben», betonte Netanjahu. Mit einer Zweistaatenlösung ist ein unabhängiger palästinensischer Staat gemeint, der friedlich Seite an Seite mit Israel lebt.
Israel und die USA seien «kurz davor, mehrere Länder zu finden», die Palästinenser aus dem Gazastreifen aufnehmen würden, sagte Netanjahu. Bislang hat sich allerdings kein einziges Land der Welt dazu bereit erklärt, eine nennenswerte Zahl an Palästinensern aus Gaza aufzunehmen. Trump hatte im Februar erklärt, die USA könnten den Gazastreifen übernehmen, das kriegszerstörte Gebiet planieren, neu aufbauen und in eine «Riviera des Nahen Ostens» verwandeln. Die mehr als zwei Millionen Palästinenser müssten dazu umgesiedelt werden.
Israel Verteidigungsminister Israel Katz ordnete Medienberichten zufolge die Planung eines riesigen Auffanglagers für 600’000 vom Krieg vertriebene Palästinenser im südlichen Gaza an. Er sprach demnach von einer «Humanitären Stadt» auf den Trümmern Rafahs. (sda/ dpa/ dst)