Mutmassliche Taufstätte Jesu teilweise von Landminen geräumt

Im Westjordanland kommt die Räumung von Landminen an der mutmasslichen Taufstätte Jesu voran. Die äthiopischen und griechisch-orthodoxen Klöster sowie eine Kapelle der Franziskaner sind inzwischen gesäubert.


2600 Landminen sowie eine unbekannte Zahl von anderen Blindgängern liegen auf dem Gelände der Taufstätte Jesu im Westjordanland. Das israelische Verteidigungsministerium und die auf die Räumung von Landminen spezialisierte Organisation Halo Trust hatten im März mit den Räumungsarbeiten begonnen. Diese sollen etwa 20 Millionen Schekel (5,3 Millionen Franken) kosten.

Die meisten der Anti-Panzer-Minen hatte Israel nach der Eroberung des Westjordanlands 1967 gelegt, um die Grenze zu Jordanien zu markieren. Neben den Minen liegen im Boden zahlreiche nicht explodierte Geschosse, die teilweise auch von jordanischer Seite stammten.

Räumung dauert weiteres Jahr

Auf dem hundert Hektar grossen Gelände namens Kasr al-Jahud befinden sich acht Kirchen, in denen vor dem Krieg noch Mönche lebten. Das äthiopische Kloster, die Franziskaner-Kapelle sowie das griechisch-orthodoxe Kloster sind inzwischen von Sprengfallen befreit. Bis alle Minen auf dem Gelände im besetzten Westjordanland geräumt sind, könnte noch bis zu einem Jahr vergehen, teilte Halo Trust mit.

Wenn die Arbeiten beendet sind, sollen die Kirchen wieder geöffnet werden. Der Überlieferung nach wurde Jesus einige hundert Meter entfernt am Ufer des Flusses Jordan von Johannes getauft. Der Ort zieht jedes Jahr tausende Pilger aus aller Welt an. (sda/no)