Mittelmeer

SOS Méditeranée leitet rechtliche Schritte ein

Vor wenigen Wochen hat die libysche Küstenwache ein Seerettungsboot beschossen. Nun reicht die Rettungsorganisation Strafanzeige ein.

Knapp zwei Wochen nach dem Angriff auf die «Ocean Viking» durch die libysche Küstenwache strebt die Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée eine juristische Aufarbeitung an.

Bei der italienischen Staatsanwaltschaft sei eine Strafanzeige wegen versuchten mehrfachen Mordes, versuchten Schiffbruchs und Sachbeschädigung an einem Schiff eingereicht worden, teilte SOS Méditerranée mit. Dies sei lediglich der erste Schritt einer «Reihe rechtlicher Massnahmen», um sowohl die Täter als auch die Verantwortlichen im Hintergrund zu Rechenschaft zu ziehen, hiess es weiter.

Die «Ocean Viking» war den Seenotrettern zufolge am 24. August von der libyschen Küstenwache in internationalen Gewässern beschossen worden. Während des Angriffs waren ausser der Crew 87 Flüchtlinge und Migranten an Bord, die aus Seenot gerettet worden waren. Laut SOS Méditerranée wurden nach der Attacke mehr als 100 Einschusslöcher gefunden, davon einige auf Kopfhöhe auf der Schiffsbrücke. Verletzt oder getötet wurde niemand. 

Die italienische Staatsanwaltschaft hatte bereits Ende August, unabhängig von der Strafanzeige, eine Untersuchung eingeleitet. Die EU-Kommission nahm nach Angaben eines Sprechers zwecks Aufklärung Kontakt mit den libyschen Behörden auf. (epd/ jow)

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