Migranten müssen über Bord springen – und ertrinken
Die Bab al-Mandab Strasse verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. In der Meerenge, wo sich Afrika und die Arabische Halbinsel bis auf 27 Kilometer annähern, ist es zu einer Tragödie gekommen. Schlepper hätten Passagiere ihrer Boote auf offener See gezwungen, ins Wasser zu springen und sie aufgefordert, an Land zu schwimmen, berichtete die UN-Organisation für Migration (IOM) in Genf vor den Medien.
Insgesamt seien 320 Menschen auf zwei Booten unterwegs gewesen. 99 hätten die Küste schwimmend erreicht, 55 seien im Meer gerettet worden. Mindestens 48 Menschen kamen ums Leben, darunter eine Mutter, deren vier Monate altes Baby überlebte. Die anderen werden noch vermisst. Die Suchaktion dauert an.
Die Passagiere wollten nach Angaben von Überlebenden vom Jemen nach Dschibuti zurückkehren, berichtete die IOM. Auf der Route sind vor allem Menschen aus Somalia und Eritrea unterwegs. Sie wollen auf der Suche nach Arbeit über den Jemen nach Saudi-Arabien oder in die Golf-Staaten gelangen. Oder sie kehren von dort in ihre Heimat zurück.
Nach Angaben der IOM sind noch nie so viele Migranten zwischen Afrika und dem Jemen umgekommen wie in diesem Jahr. Allein im Juni waren dort 196 Menschen ertrunken. (sda/ dst)