Im Bezirk Meilen könnten sich einzelne Kirchgemeinden eine Zusammenlegung bislang nicht vorstellen, berichtet die «Zürichsee-Zeitung». Dennoch wolle die kleinste Kirchgemeinde Oetwil etwa «sondieren», ob gewisse Aufgaben mit den Nachbarn zusammen angegangen werden könnten.
In Meilen selbst würde Kirchgemeindepräsident Urs Zöbeli niemanden für eine Zusammenarbeit anfragen. Er räumt aber ein, dass informelle Gespräche über eine allfällige Zusammenarbeit in administrativen Aufgaben in Gang seien. Sein Amtskollege in Stäfa, Arnold Egli, gibt dem Zeitplan der Fusion «nicht die geringste Chance». Er vermutet den grössten Widerstand bei den Pfarrpersonen. Für den südlichen Teil des Bezirks hätten einige Kirchgemeinden eine mögliche Zusammenarbeit «mit kritischem Unterton» lanciert, hält die Zeitung weiter fest.
Widerstand auch in Dietikon und Bubikon
Im April hatte das Projekt «KirchGemeindePlus» bereits im Bezirk Dietikon für Diskussionen gesorgt. In einem gemeinsamen Brief an den Kirchenrat kritisierten mehrere Kirchgemeinden des Bezirks, die Fusion führe zu einer Entfremdung von der Kirche und zu mehr Kirchenaustritten. Sie plädierten stattdessen für eine verstärkte Zusammenarbeit unter den Gemeinden. Im Juni dieses Jahres war in Bubikon eine Petition gegen das Projekt eingereicht worden. Die Kirchenpflege Bubikon hatte sich durch die Petition in ihrer kritischen Haltung bestärkt gefühlt.
Das Projekt «KirchGemeindePlus» der reformierten Landeskirche des Kantons Zürich sieht vor, die 180 Kirchgemeinden bis 2018, spätestens bis 2022, zu grösseren Einheiten zu verbinden. Grund dafür sind unter anderem die rückläufigen Mitgliederzahlen.