Papua-Neuguinea

Mehr als 2000 Tote nach Erdrutsch

Die Zahl der Opfer nach dem gewaltigen Erdrutsch in Papua-Neuguinea steigt. Ganze Dörfer wurden unter dem Geröll vergraben.

Nach einem gewaltigen Erdrutsch schwindet in dem betroffenen Hochland von Papua-Neuguinea die Hoffnung, noch Überlebende unter den Erd- und Geröllmassen zu finden. «Dreieinhalb Tage nach dem Erdrutsch sind die Chancen leider sehr gering», sagte Serhan Aktoprak, Missionschef der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Die örtlichen Behörden sprechen mittlerweile von mindestens 2000 Todesopfern. Am Sonntag wurde die Zahl der Opfer noch auf etwa 670 geschätzt.

Der Erdrutsch hatte sich in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) in einem abgelegenen Hochlandgebiet des pazifischen Inselstaats ereignet. Sechs Dörfer wurden von der Lawine komplett verschüttet. Die meisten Häuser wurden sechs bis acht Meter tief unter dem Geröll begraben.

Zahlreiche Retter versuchten in den letzten Tagen, Menschen unter den riesigen Geröllmassen zu finden. Auf Videos sind Menschen zu sehen, die barfuss und nur mit Schaufeln versuchten, Angehörige und Freunde zu finden. Die Hauptstrasse ins Katastrophengebiet war lange blockiert, was die Bergung erschwerte. Mittlerweile gibt es zwar eine befahrbare Strasse. Jedoch müssen die Einsatzteams jeden Tag mehrere Stunden von der Provinzhauptstadt Wabag in das abgelegene Gebiet pendeln. In der Nähe des Katastrophenortes gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten, zudem muss der Konvoi wegen Stammesfehden in der Region aus Sicherheitsgründen eskortiert werden.

Über die genaue Ursache des Unglücks wird weiter spekuliert. Offenbar stürzte ein Teil des Berges ins Tal, ohne dass es zuvor Warnungen gegeben hätte. In dem Gebiet seien in der Vergangenheit keine Erdrutsche verzeichnet worden, heisst es. Spekuliert wird, dass es sich um eine Kombination aus mehreren Faktoren handeln könnte: starke Regenfälle, tektonische Bewegungen, und allenfalls einem Blitzeinschlag. (sda/ eba)