Luther-Jubiläum macht Bibel zum Bestseller

460‘000 Exemplare, drei Auflagen, ein Buch: Die revidierte Lutherbibel zum Reformationsjubiläum ist beliebt. Der Theologische Verlag Zürich als Herausgeber der Zürcher Bibel spürt das Jubiläum hingegen noch nicht.

Sonderausgaben der Lutherbibel
Traditionell, farbenfroh oder möglichst schräg: Die limitierten Schuber von Cartoonist Peter Gaymann, Uschi Glas, Janosch, Harald Glööckler und Margot Kässmann) (Deutsche Bibelgesellschaft/ref.ch)

Die deutsche Bibelgesellschaft ist glücklich, ihre revidierte Lutherbibel ist ein Bestseller. Sie erschien im Oktober 2016. Seither seien 460‘000 Exemplare verkauft worden, teilte die Bibelgesellschaft mit.

Mit einer Prise Promi-Glamour

Am beliebtesten war mit mehr als 150‘000 verkauften Exemplaren die Sonderausgabe zum 500. Reformationsjubiläum. Die Sonderausgabe enthält farbige Sonderseiten über Martin Luther als Reformator und Übersetzer. Neben der Sonderausgabe gibt es auch eine limitierte Edition der Lutherbibel in acht verschiedenen Schubern, die deutsche Prominente gestalteten.

Besonders populär seien die Schuber von Janosch und Fussballtrainer Jürgen Kopp gewesen, sagt Sven Bigl von der Bibelgesellschaft gegenüber ref.ch. Der bunte Schuber des Modedesigners Harald Glööckler habe zwar leicht provoziert, aber immerhin für Aufmerksamkeit in religionsfernen Medien gesorgt: Der Schuber zeigt Glööckler in Merkel-Pose im Paradies.

«Nicht im Sinne Zwinglis»

Die Neuausgabe der Lutherbibel führte nach Angaben der Bibelgesellschaft dazu, dass in Deutschland 2016 doppelt so viele Menschen eine neue Bibel bekommen hätten wie im Jahr zuvor. Insgesamt seien im vergangenen Jahr knapp 520‘000 deutschsprachige Bibeln verbreitet worden.

Bei der Zürcher Bibel spürt man das Reformationsjubiläum noch nicht. Die Verkaufszahl bleibe seit Jahren konstant, eher leicht abnehmend, sagt Christine Forster vom Theologischen Verlag Zürich gegenüber ref.ch.

Eine eigene Jubiläumsausgabe der Zürcher Bibel für 2019 sei nicht geplant. Der Aufwand wäre zu gross für den kleinen Schweizer Markt. Zwinglis Bibel unterscheide sich jedoch nicht nur bei der Marktgrösse von der Lutherbibel.

«Im Unterschied zur Lutherbibel war die Zürcher Bibel Teamwork», erklärt Forster. In Deutschland stehe die Persönlichkeit Luther mehr im Zentrum als sein Schweizer Pendant. Der Fokus auf Zwingli als Person wäre nicht in seinem Sinne gewesen. (epd/pd)