LU: Keine Mobilfunkantennen mehr in Kirchtürmen

Kirchtürme sollen keine Mobilfunkantennen mehr beherbergen. Der Luzerner CVP-Kantonsrat Norbert Schmassmann will am 20. November an der Synode der reformierten Kirche des Kantons Luzern ein entsprechendes Postulat einreichen.


Schmassmann ist Vizepräsident der reformierten Synode. Er möchte auch die römisch-katholische und die christkatholische Kirche im Kanton Luzern bewegen, das Anliegen zu unterstützen. In seinen Augen schädigen solche Antennen den Ruf aller Konfessionen, wie er gegenüber der Presseagentur Kipa erläuterte.

Werde auf einem Kirchturm eine Mobilfunkantenne installiert, welche die Nachbarschaft verärgere, so richte sich der Unmut häufig allgemein gegen «die Kirche», schreibt Schmassmann in der Begründung seines Postulats. Dadurch könnten die Kirchen unabhängig von ihrer eigenen Denomination schnell einmal in eine Art «Sippenhaft» geraten: «Den Reputationsschaden erleiden dann alle Kirchen gemeinsam.»

Gemäss Schmassmann führe die Installation von Mobilfunkantennen an kirchlichen Gebäuden oft zu Gemeindespaltungen, Kirchenaustritten und Unfrieden in der eigenen Gemeinde. In Deutschland rieten heute viele katholische Bistümer und evangelische Landeskirchen den Kirchgemeinden ab, derartige Funkantennen zuzulassen.

Kirchtürme seien als «architektonische Wahrzeichen mit hohem Symbolcharakter» gebaut worden, betont Schmassmann in seinem Vorstoss weiter. Sie seien bestimmt nicht in der Absicht errichtet worden, «sie später umzunutzen beziehungsweise für Mobilfunkantennen zur Verfügung zu stellen».