Locher und Verfasser des Offenen Briefes vereinbaren Zusammenarbeit

Vor kurzem wurden in einem Offenen Brief Aussagen von Kirchenbundspräsident Gottfried Locher zur «Feminisierung» kritisiert. Nun haben sich eine Delegation des Offenen Briefes und Locher in Bern getroffen und eine Zusammenarbeit vereinbart.


Die Delegation des Offenen Briefes und der Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK, Gottfried Locher, haben sich am 19. Dezember in Bern zu einem zweistündigen Gespräch getroffen, wie es in einer gemeinsamen Stellungnahme vom 23. Dezember heisst.

Man habe sich darauf geeinigt, dass neun Themenfelder weiter bearbeiten werden sollen. Es sind dies:

 

  • Zielvorgaben für die Vertretung von Frauen in Gremien und Kommissionen des SEK.

 

  • Es wird nach Möglichkeiten gesucht, wie Männer gezielt für ein Engagement in den Kirchgemeinden motiviert werden können.

 

  • Führungsschulung durch den SEK für Frauen, die sich für ein kirchliches Leitungsamt interessieren.

 

  • Leitfaden zur gendergerechten Sprache.

 

  • Label «UND» zum Thema der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

 

  • Noch freie Sitze im Fachgremium ITE werden mit Frauen besetzt.

 

  • Monitoring durch die kantonalen Genderstellen bezüglich der Gleichstellungsmassnahmen des SEK.

 

  • Jährlicher Austausch des Ratspräsidenten mit dem Ausschuss der Frauenkonferenz des SEK.

 

  • Austauschgremium zwischen dem Ratspräsidenten des SEK und Pfarrpersonen und Studierenden, das sich u.a.mit Genderfragen befasst.

 

Das Gespräch habe in konstruktiver Weise und guter Atmosphäre stattgefunden. Am 12. Februar werde sich die Delegation erneute mit Locher treffen. Dort soll eine Prioritätenliste der Themen erstellt werden.

Gemäss der Mitteilung bildeten die Aussagen von Locher in der «Weltwoche» zur «Feminisierung» ebenfalls einen wichtigen Teil des Gesprächs. Es habe sich aber gezeigt, dass es für eine grundlegende Bearbeitung dieser Fragen separater Gespräche bedürfe.

Die Delegation des Offenen Briefes bestand aus Heinz Bichsel, Judith Borter, Sabine Brändlin, Stephan Degen-Ballmer, Adelheid Heeb Guzzi, Sabine Scheuter, Rolf Schlatter, Luzia Sutter Rehmann, Doris Wagner und Evelyne Zinsstag.