Das Landeskirchen-Forum und die positive Synodefraktion haben an einer Tagung in der Nydeggkirche Wege gezeigt, wie Gräben zwischen Traditionalisten und Worshippern, zwischen Choralsängern und Gosplern zugeschüttet werden können. Dies teilte das Landeskirchenforum am 10. September mit.
Jazzmusiker Andreas Hausammann habe den Bogen von der Bibel zur Postmoderne geschlagen. Der Leiter des Instituts für populäre Kirchenmusik der reformierten St. Galler Landeskirche habe sich dafür ausgesprochen, die Palette der musikalischen Ausdrucksmittel zu verbreitern, ohne das Feuer im traditionellen Liedgut zu vergessen.
Eingängige neue Lieder seien «Brücken zur musikalischen Alltagswelt der Besucher»; mit ihnen könne der Glaube zeitgemäss ausgedrückt werden, sagte Hausammann. Populäre Kirchenmusik spreche mit Ohrwürmern das Herz an, scheue grosse Gesten und Gefühle nicht. Allerdings müssten die Gottesdienstbesucher einbezogen und Lieder sorgfältig ausgewählt werden.
In einem Grusswort hat die Berner Synodalrätin Claudia Hubacher die 70 Teilnehmenden aufgerufen, Menschen mit Musik zu begeistern und zum Lob Gottes zu bewegen. Pfarrer Alfred Aeppli vom Landeskirchen-Forum hat die Bedeutung der Musik für die Gemeindeentwicklung betont. Von allen Seiten sei Elastizität gefordert, damit die Musik «ganz verschieden gestimmte Leute ansprechen kann».
Der Berner Liedermacher Markus Dolder sagte in einem Workshop mit Kirchenmusiker Andreas Marti , es gelte «Pole zusammenzuziehen, die einander oft nicht suchen». Er nannte drei Schlüssel, um Distanz und Gräben zu überwinden: wertschätzend aufeinander zugehen – gut bekannte Lieder suchen – gemeinsame Anlässe gestalten. Marti stellte eine Liste von Kernliedern vor (www.kernlieder.ch) und betonte, dass «ein gemeinsames Liedgut wächst – aber man muss etwas dazu tun».
Das Landeskirchen-Forum vernetzt Reformierte in den Schweizer Landeskirchen für die Gemeindeentwicklung. www.landeskirchenforum.ch.