«Kommt mir nicht in die Tüte»: Kampagne gegen häusliche Gewalt

Mit Brot-Tüten wollen Fachstellen in der Zentralschweiz die Opfer von häuslicher Gewalt erreichen. Ab nächster Woche werden in Bäckereien in den Kantonen Zug und Luzern 200'000 Brote in Papiertüten verkauft, auf denen entsprechende Notfalladressen aufgedruckt sind.

Gipfeli mit starker Botschaft (Bild: zVg)

Die Aktion ist Teil der internationalen Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen», die vom 25. November bis am 10. Dezember dauert, wie die Luzerner Staatskanzlei am Mittwoch mitteilte. Sie findet in der Zentralschweiz zum siebten Mal statt.  Trotz eines breiten Hilfs- und Unterstützungsangebots falle es Betroffenen meist schwer, sich aus einer gewaltbelasteten Beziehung zu lösen, heisst es in der Mitteilung. Durch die Brot-Tüten könnten Personen unterschiedlicher sozialer Herkunft und jeglichen Alters erreicht werden.  Die Kampagne, die 2008 erstmals in der Schweiz vom Christlichen Friedensdienst cfd lanciert worden war, thematisiert dieses Jahr Gewaltformen wie Eifersucht und Kontrolle.

Eifersucht als häufiger Grund

Viele Personen hielten Eifersucht für einen Liebesbeweis und seien anfänglich geschmeichelt, schreibt die feministische Friedensorganisation cfd. Eifersucht könne jedoch gefährlich sein, weil sie oft als Rechtfertigung für Gewalt genutzt werde.  In der Schweiz hätten bei einer Umfrage unter gewaltbetroffenen Frauen zwei von drei Befragten Eifersucht als Auslöser für die Tätlichkeiten ihres Partners genannt.  2013 gab es in der Schweiz mehr als 4’500 Fälle von häuslicher Gewalt, in denen ein nahestehender Partner beteiligt war. 24 Frauen wurden von nahen Beziehungspartnern getötet, in weiteren 44 Fällen wurde ihr Tod beabsichtigt. (sda)