Kirchenbund schweigt zur «Familieninitiative»

Am 28. Februar findet die Abstimmung zur «Familieninitiative» statt, die in der Verfassung festschreiben will, dass eine Ehe nur zwischen Mann und Frau möglich ist. Der Kirchenbund findet das zwar problematisch, verzichtet aber auf eine klare Ablehnung.

Ein Bild aus der Nein-Kampagne zur Familieninitiative.
Ein Bild aus der Nein-Kampagne zur Familieninitiative. (Bild: www.gemeinsam-weiter.ch)

Die CVP-Familieninitiative will nicht nur die steuerliche Heiratsstrafe bei Ehepaaren eliminieren, sondern gleich in der Verfassung festschreiben, was eine Ehe ist – nämlich «die auf Dauer angelegte und gesetzlich geregelte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau».

Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds SEK findet diese Vermischung problematisch, wie Anne Durrer, SEK-Sprecherin, auf Anfrage sagt. Trotzdem hat der Rat keine Abstimmungsparole herausgegeben, im Gegensatz zur Bischofskonferenz, welche die Initiative gerade wegen der Ehedefinition befürwortet.

«Es ist falsch, im Rahmen einer Steuervorlage gewissermassen nebenbei eine Diskussion über die Ehe zu führen. Der Rat bedauert diese Vermischung und verzichtet deshalb auf eine Abstimmungsempfehlung», so Anne Durrer. Die Frage, was eine Ehe ist, sei wichtig. Aber es sei falsch, sie in eine Fiskalvorlage zu integrieren. «Das gehört nicht zusammen.»

Warum keine Signale aussenden?

Warum aber lehnt der Rat dann die Initiative nicht einfach ab? Durrer sagt lapidar: «Der Rat hat entschieden, keine Stellung zu nehmen, und nicht weiter darüber diskutiert.» Das Schweigen lädt zum Spekulieren ein: Könnte der Hintergrund sein, dass der Rat momentan keine Signale aussenden will beim heiklen und bei den Reformierten umstrittenen Thema, wie Ehe definiert wird? Scheut er diese Diskussion? Durrer kann sich dazu nicht weiter äussern.