Kirchenbund gegen neue vorgeburtliche Tests

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) stellt sich gegen die neuen Tests zur vorgeburtlichen Diagnose von Trisomien, unter anderem der Trisomie 21 (Down Syndrom). Seine Haltung legt er in einer am 16. Mai erschienenen Broschüre dar.


In der neusten Ausgabe der Reihe «10 Fragen – 10 Antworten» erläutert der SEK unter dem Titel «Leben testen?» seine Position zu neuen vorgeburtlichen Tests (wie der Praena-Test oder der PrenDia-Test).

Die Tests stellten das ungeborene Leben unter einen generellen Risikoverdacht, so der Kirchenbund. «Sie dienen als Auswahlentscheidung zur Verhinderung eines Kindes mit bestimmten genetischen Merkmalen. Der Kinderwunsch wird zusehends überlagert durch die Auswahl eines Wunschkindes», heisst es.

Regelfall
90 Prozent der positiv auf Trisomie 21 getesteten Schwangerschaften würden abgebrochen, so der SEK. Dies dokumentiere nicht eine Ausnahmesituation, sondern den Regelfall: «An die Stelle der Tatsache meines Geborenseins tritt der Entschluss Dritter, dass ich geboren werden soll.» In christlicher Überzeugung sei das Leben eine Gabe. Diese Haltung zeige sich «in der Ehrfurcht und der Achtung gegenüber dem Leben: Der Mensch wird nicht bestimmt durch seine Leistungsfähigkeit oder Gesundheit, sondern durch seine Geschöpflichkeit als Bild Gottes, das mit jedem Menschen in die Welt kommt», schreibt der SEK.

Die gesellschaftliche Selbstverständlichkeit für Menschen mit Behinderungen schwinde unübersehbar. Es dränge sich die Frage auf, «wie human eine Gesellschaft ist, die ihre Menschlichkeit zunehmend durch Risikoabwägungen gegenrechnet», bilanziert der SEK seine Ablehnung der vorgeburtlichen Tests in seiner Broschüre.

Die Broschüre «Leben testen? 10 Fragen – 10 Antworten zu neuen vorgeburtlichen Tests» kann hier heruntergeladen werden. Hier gibt es eine ausführliche theologisch-ethische Stellungnahme des SEK.