«Dieser Lehrstuhl ist notwendig, weil Pflege eben nicht nur auf der medizinischen, sondern auch auf der psychologischen, sozialen und spirituellen Säule steht», so Generalvikar Josef Annen am 10. Juli gegenüber der Presseagentur Kipa. Die spirituelle Unterstützung sei im Gesundungsprozess von entscheidender Bedeutung. Eine Ausbildung an der Universität soll nach Annen für das interdisziplinäre Arbeiten zwischen Seelsorger und Mediziner sensibilisieren. «Es braucht Ausbildungsmodule für die Mediziner und Theologen. Palliative Care ist eine anspruchsvolle Tätigkeit.»
Die Kirchen wollen sich deshalb finanziell an einem neuen Lehrstuhl oder einer Professur beteiligen. Geht man von einer Professorenstelle und einem dazugehörigen Sekretariat aus, kostet das neue Angebot die Kirchen schnell einmal einen sechsstelligen Betrag. Zu den genauen Kosten will sich Annen auf Nachfrage nicht äussern, auch weil die Professur erst eine Idee ist. «Die Frage nach der Finanzierung ist keine einfache. Wir wissen noch nicht, wer das Angebot auf lange Sicht bezahlen soll», so Annen. Alle beteiligten Personen hätten aber grosses Interesse signalisiert – unter anderem die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften, die eine Ausschreibung veröffentlich hat, wonach sich Deutschschweizer Universitäten um die Zuteilung des Bereichs der Palliative Care bewerben können, wie die «Limmattaler Zeitung» am 9. Juli schreibt.
Der nächste Gesprächstermin sei für den 12. Juli angesetzt, so Annen gegenüber Kipa. Annen werde mit dem Synodalratspräsident Benno Schnüriger und Kirchenratspräsident Michel Müller am Gespräch mit dem Dekanat der Medizinischen und Theologischen Fakultät teilnehmen.
Als Vorbild dient dem Projekt die Maximilians-Universität in München, die bereits vor drei Jahren eine Professur für Spiritual Care eingerichtet hat. Laut Bericht würden sich am Universitätsspital Zürich konkret zwei Personen dieser Aufgabe annehmen – eine katholische und eine reformierte. Ginge es nach den Kirchen, wäre eine Professur bereits in einem Jahr denkbar, wie es weiter heisst.