Kirchen solidarisieren sich mit Opfern in Syrien und Irak

Rund 600 Personen waren einem Aufruf der Schweizer Kirchen gefolgt und besuchten am Sonntag einen ökumenischen Gottesdienst in der christkatholischen Kirche St. Peter und Paul in Bern.

«Wir sind N, wir sind die wegen unseres Glaubens aus der Heimat Vertriebenen», so drang die Botschaft in die Weiten des Internets. Im Bild: Das Symbol des christlichen Widerstands.

Der Fürbittegottesdienst war von der AGCK organisiert worden, einem Zusammenschluss der evangelischen, katholischen, orthodoxen Kirchen und Gemeinschaften sowie der Evangelischen Allianz. Es handelte sich um das erste ökumenische Gebet für die religiösen Minderheiten in Syrien und im Irak.

Es nahmen aber nicht nur Christen teil, sondern auch Jesiden und Aleviten. Unter den Christen gab es Teilnehmer, die ein schwarzes T-Shirt mit dem Aufdruck «I am nasrany» (Ich bin Nazarener, das heisst Christ) trugen.

«Wir leben in einem friedlichen Land, in dem die Religionsfreiheit respektiert wird, und sind hier, um unserer Solidarität mit den Verfolgten Ausdruck zu geben», sagte Rita Famos, Präsidentin der AGCK, in ihrer Ansprache. «Wir glauben an die Kraft des Gebets.» Mit dem Gebet wolle man zum einen auch an die Behörden der Schweiz appellieren, mehr für den Frieden zu tun, und zum andern alle humanitären Organisationen unterstützen, die den Opfern von Gewalt in Syrien und im Irak helfen, so Famos weiter.

Frieden sei nicht nur ein Zustand, sagte Gottfried Locher, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. «Frieden ist eine Mission, die wir an jedem Tag unseres Lebens erfüllen müssen.» Zudem sei Friede auch eine Voraussetzung für Leben, so Locher weiter.

Isa Gürbüz, Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche in der Schweiz, rief dazu auf, Augen und Herzen zu öffnen, um den «Genozid» wahrzunehmen, der derzeit im Irak und in Syrien stattfinde. Die Welt müsse darüber informiert werden, bevor es zu spät und die christliche Zivilisation im Orient verschwunden sei, mahnte der Erzbischof.

Charles Morerod, Vizepräsident der Schweizer Bischofskonferenz, rief in Erinnerung, dass es eine menschliche Pflicht gebe, die Aggression zu stoppen. Zum Abschluss der Veranstaltung bildeten die Teilnehmer einen «cercle de silence» auf dem Berner Rathausplatz. (kipa)