Krieg im Nahen Osten

Keine Feuerpause zu Beginn des Ramadans

Die Kämpfe zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen gehen vorerst auch während des muslimischen Fastenmonats Ramadan weiter. Die Situation am Tempelberg bleibt angespannt.

Die internationalen Hoffnungen auf eine Waffenruhe im Gazastreifen vor dem muslimischen Fastenmonat Ramadan haben sich zerschlagen. Israel und die islamistische Hamas gaben sich gegenseitig die Schuld daran, dass entsprechende Bemühungen scheiterten. Katar, Ägypten und die USA hatten seit Wochen vermittelt und eine Feuerpause bis zum Beginn des Ramadans angestrebt. Dabei ging es auch um einen Austausch von Geiseln der Hamas gegen palästinensische Gefangene. Ausserdem soll mehr humanitäre Hilfe für die notleidende Bevölkerung in den Gazastreifen geliefert werden.

Nun wird gar eine Eskalation des Konflikts im Westjordanland und rund um die heiligen Stätten in der Altstadt von Jerusalem befürchtet. Nach Einschätzung des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad ist die Hamas bestrebt, die Region während des Fastenmonats «in Brand zu setzen». Tausende von Polizisten sind in den engen Strassen der Altstadt Jerusalems im Einsatz. Israels Regierung hat den Muslimen während des Ramadans das Beten auf dem Tempelberg gewährt. Allerdings soll die Sicherheitslage wöchentlich neu bewertet werden. Der Ort ist sowohl Juden als auch Muslimen heilig.

UN-Generalsekretär António Guterres erneuerte seine Forderung nach einem Waffenstillstand: «Mein stärkster Appell heute besteht darin, den Geist des Ramadans zu ehren, indem die Waffen zum Schweigen gebracht werden», sagte Guterres. Gleichzeitig forderte er die Freilassung aller im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln und warnte Israel vor einem Angriff auf die Region um Rafah im Süden des Gazastreifens. Ein solcher könnte «die Menschen in Gaza noch tiefer in die Hölle stürzen.»

Für gläubige Muslime beginnt in dieser Woche der Fastenmonat Ramadan. Der genaue Termin richtet sich nach dem Erscheinen der Neumondsichel und kann deswegen von Land zu Land leicht variieren. (sda/ eba)