Kein Hindu-Gebetsraum am Flughafen Zürich

Ein Hindu-Geistlicher aus den USA hat einen eigenen Gebetsraum für Hindus am Flughafen Zürich gefordert, inklusive Götterstatuen, Schriften, einer Glocke und Gebetsmusik. Beim Flughafen winkt man jedoch ab. Man wolle bewusst einen einzigen Raum für alle.

Kein spezieller Hindu-Gebetsraum, sondern einer für alle Religionen soll am Flughafen entstehen.
Kein spezieller Hindu-Gebetsraum, sondern einer für alle Religionen soll am Flughafen Zürich entstehen. (Bild: Wikimedia/Thomas Fierz)

Rajan Zed ist Präsident der Universal Society of Hinduism, einer weltweiten Hindu-Gesellschaft, und lebt in Nevada. Regelmässig äussert er sich zu gesellschaftlichen Themen. Vor einigen Jahren kritisierte er etwa die Verdingkinder-Ära der Schweiz und forderte, das Land müsse die Betroffenen entschädigen.

Nun ist ihm der Flughafen Zürich negativ aufgefallen. Hier fehle ein Gebetsraum für die zahlreichen Passagiere, welche dem Hinduismus angehörten, hielt Zed in einer Stellungnahme fest, die am Mittwoch der Nachrichtenagentur sda zugeschickt wurde.

Seiner Ansicht nach wäre es angebracht, wenn Hinduisten einen ruhigen Raum hätten, in dem sie beten, meditieren und Gottesdienste, so genannte Pujas, abhalten könnten. Dies wäre ein «Akt der Fairness und Gleichberechtigung» im Umgang mit den Kunden.

Ein Raum für alle

Beim Flughafen Zürich stösst das Anliegen jedoch nicht auf offene Ohren. Es gebe sehr viele Religionen. Allen gerecht zu werden, sei fast ein Ding der Unmöglichkeit, hiess es bei der Medienstelle.

Die Absage des Flughafens beruht aber nicht nur auf Platzproblemen. Man wolle im Andachtsraum bewusst nicht auf einzelne Religionen eingehen, sondern einen Raum für alle bieten.

Spätestens im Sommer werden die Gläubigen aller Religionen aber mehr Platz haben. Im Terminal 2 wird ein neuer, geräumigerer Ort der Stille eröffnet. Auch dieser wird aber nicht speziell auf verschiedene Glaubensrichtungen eingehen. Beim Eingang werden lediglich die Symbole der Weltreligionen angebracht. (sda)