Herr Jungen, wie fühlten Sie sich kurz vor Ihrem ersten Auftritt?
Ich war natürlich etwas nervös, obwohl ich gut vorbereitet und vom SRF-Team professionell instruiert war. Aber zu wissen, jetzt gilt es wirklich ernst, hat erst einmal für kalten Schweiss gesorgt. Dazu kam, dass wir das Thema kurzfristig noch geändert haben.
Wie das?
Nun, eigentlich stand das Thema seit ungefähr einem Monat fest. Ich habe für die erste Sendung ein relativ unverfängliches Thema gewählt und wollte passend zu meinem Einstand darüber sprechen, wie es ist, Anfänger im Leben zu sein. Das Wort «Anfänger» hat ja einen leicht negativen Klang, und ich wollte darüber sprechen, wie wir damit umgehen.
Wenige Tage vor der Sendung haben Sie sich dann aber anders entschieden…
Ja. In der Woche vor der Sendung wurde in den Medien das Thema Sexismus aktuell, ausgelöst durch die Aussagen Donald Trumps, die mich sehr betroffen gemacht haben. Aus meinem Umfeld kam dann die Idee, eine Sendung zu diesem Thema zu machen. Ich habe mich zuerst etwas gesträubt, dann aber gemerkt, das ist jetzt wirklich wichtig und virulent, darüber muss ich etwas machen. Die Entscheidung hat mich eine schlaflose Nacht gekostet.
Wird das Ihr Konzept für die zukünftigen Sendungen sein: Möglichst aktuelle Themen aufzugreifen?
Nein, ich bin nicht der Meinung, dass das Wort zum Sonntag immer und unbedingt brandaktuell sein muss. Ich glaube auch nicht, dass ich in Zukunft immer wieder meine Themen umstellen muss.
Wie sehen Sie Ihren ersten Auftritt im Rückblick? Alles perfekt, oder gibt es Dinge, die Sie ändern möchten?
Im Grossen und Ganzen bin ich zufrieden mit meinem ersten Auftritt. Klar, es gibt immer Details, die man noch verbessern kann. Das sind aber vor allem formale Sachen. Rhetorisch konnte ich das Thema, so mein Eindruck, ganz gut vermitteln.