Jugendstraftäter Carlos wird Muslim

Jugendstraftäter Carlos (18) hat zu einer neuen Religion gefunden: Er studiert nun den Koran und will dank Allah auf den rechten Weg kommen, wie die Gratis-Zeitung «20 Minuten» (8.5.) berichtet.


Auf seinem Facebook-Profil schreibt Carlos in einem seiner neuesten Einträge: «Möge Gott mich recht leiten und Insha Allah finde ich meinen Weg».

Sabedin Beqiri, Bruder von Carlos‘ Thaibox-Trainer Shemsi Beqiri, sagte auf Anfrage von «20 Minuten»: «Carlos hat sich während seiner Zeit in der geschlossenen Anstalt intensiv mit Religion befasst und mich gebeten, ihm einen Koran zu besorgen. Ich habe ihm dann mein persönliches Exemplar gegeben.» Er sei ein «religiöser junger Mann»: «Er hat die Bibel und den Koran verglichen und ist nun zum Schluss gekommen, dass der Islam ihm mehr gibt.»

Carlos befindet sich seit seiner im Februar vom Bundesgericht verfügten Freilassung aus dem Massnahmenzentrum Uitikon in einem neuen Sondersetting, in dem das Schwergewicht auf seiner Ausbildung liegt. Derzeit arbeitet er auf dem Bau. Beqiri ist zufrieden: «Es läuft gut mit ihm.»

In einem Interview mit der «Weltwoche» hatte sich Carlos vor einem halben Jahr noch zum Christentum bekannt. Eine wichtige Rolle habe dabei Gefängnispfarrer Markus Giger von der reformierten Jugendkirche Streetchurch gespielt. Giger will sich mit Verweis auf seine seelsorgerische Schweigepflicht nicht zu Carlos‘ Hinwendung zum Islam äussern.