Internet- und SMS-Seelsorge sucht neue Geldquellen

Die Internet- und SMS-Seelsorge in der Schweiz, ökumenisch getragen, ist auf Geldsuche. Ende 2013 entfällt die bisherige Unterstützung durch die Römisch-katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ).


Damit müssen für ein Viertel des Gesamtaufwandes von 200000 Franken neue Finanzierungsquellen gefunden werden. Das werde nicht einfach, sagte Maria Weibel-Spirig von der Internet- und SMS-Seelsorge am 28. Juni gegenüber der Presseagentur Kipa.

Man werde voraussichtlich an Landeskirchen mit der Bitte um Unterstützung gelangen und auch Stiftungen und Fonds ausfindig zu machen versuchen, die für eine Mitfinanzierung der Internet- und SMS-Seelsorge in Frage kommen könnten, erläuterte Maria Weibel-Spirig aus Stans NW. Sie gehört zu den über dreissig ehrenamtlich tätigen Beraterinnen und Beratern und ist gleichzeitig als deren Vertreterin Mitglied der Kommission Internet-Seelsorge. Die RKZ hat ihren Ausstieg aus der Mitfinanzierung mit der eigenen Finanzknappheit begründet und gleichzeitig zugesichert, bei der Geldsuche mitzuhelfen.

Sollte sich keine Lösung abzeichnen, könnte unter Umständen die ökumenische Trägerschaft der Internet- und SMS-Seelsorge in Frage gestellt werden, befürchtet Maria Weibel. Geradezu stossend ist ihres Erachtens in diesem Zusammenhang, dass die «Dargebotene Hand», eine neutrale Beratungsstelle für Menschen in Krisensituationen, erheblich mit kirchlichen Geldern mit unterstützt wird.

Es wäre jedenfalls ein «Armutszeugnis für die Kirche», wenn die eigene Internet- und SMS-Seelsorge aus finanziellen Gründen bald nicht mehr weitergeführt werden könnte, sagte Maria Weibel gegenüber der «Neuen Luzerner Zeitung» vom 28. Juni.

Die Internet-Seelsorge gibt es in der Schweiz seit 1995. Die Initiative dazu hatte der reformierte Zürcher Pfarrer Jakob Vetsch. Seither ist das Angebot kontinuierlich erweitert worden. Heute berät das Team der Internet- und SMS-Seelsorge in deutscher, französischer und italienischer Sprache. Je nach eigener Kapazität sind die ehrenamtlichen Berater zwei bis zehn Stunden pro Woche im Einsatz.

Ein Geschäftsleiter ist in einem Halbzeit-Pensum tätig; ein weiterer Kostenfaktor ist die verpflichtende Supervision der Beraterinnen und Berater.