Indische Ingenieure beten für Mondmission
Mitarbeiter der indischen Weltraumbehörde ISRO haben kurz vor dem Start einer Rakete in Richtung Mond um göttlichen Beistand gebeten. Der Chef der Behörde sagte Reportern in einem hinduistischen Tempel in der Stadt Tirupati (Vorort von Chennai im Südosten des Landes): «Wir hoffen, dass alles gut geht und unser Raumfahrzeug am 23. August auf dem Mond landet.» In Indien ist Religion für die meisten Menschen wichtig, eine Mehrheit sind Hindus.
Vor vier Jahren, im Jahr 2019, misslang der erste Versuch Indiens, dass ein Weltraumfahrzeug ohne Besatzung sanft auf dem Mond landet. Bei der Mission «Chandrayaan 2» krachte das Landemodul auf die Oberfläche des Erdtrabanten. Chandrayaan bedeutet auf Sanskrit «Mondfahrzeug».
Nun versucht es ISRO zum zweiten Mal: Die Mission «Chandrayaan 3» soll nach Plan den Flug in Richtung Mond Mitte Juli beginnen. Das Ziel der Mission sei es, zu demonstrieren, dass man erfolgreich landen könne. Das Weltraumfahrzeug solle zudem innerhalb von rund zwei Wochen verschiedene Experimente und Analysen auf der bislang unerforschten Südpolregion des Mondes durchführen.
Ist die Mission erfolgreich, wäre Indien das vierte Land mit einer kontrollierten Mondlandung. Zuvor schafften das nur die USA, die Sowjetunion und China. (sda/ jow)