Religionspädagogik

Hubertus Halbfas ist tot

Der Theologe Hubertus Halbfas ist im 90. Lebensjahr verstorben. Er war bekannt für seine Religionspädagogik und riskierte dafür auch den Konflikt mit der Kirchenleitung.

Hubertus Halbfas vertrat eine symbolische Lesart der Bibel. (Bild: Wikimedia Commons/Tohma)

Religionspädagogik war das Lebensthema des deutschen katholischen Theologen Hubertus Halbfas. Er veröffentlichte diverse Bücher dazu und war an verschiedenen Pädagogischen Hochschulen tätig. Nun ist Halbfas am 1. März mit 89 Jahren verstorben, wie der Patmos-Verlag bekannt gab.

Halbfas war 1932 im Sauerland geboren und studierte Philosophie und katholische Theologie. Bereits drei Jahre nach seiner Priesterweihe 1957 wirkte er als Dozent an der Pädagogischen Hochschule in Paderborn. 1964 promovierte er mit einer Arbeit über Jugend und Kirche. Danach veröffentlichte Halbfas Bücher zum Thema wie «Der Religionsunterricht. Psychologische und didaktische Konturen» und «Fundamentalkatechetik. Sprache und Erfahrung im Religionsunterricht». Zudem war er von 1967 bis 1987 Professor für Katholische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Reutlingen tätig.

Lehrerlaubnis entzogen

Dabei war Halbfas nicht unumstritten. So sorgte seine Kritik am traditionellen Katechismusunterricht und sein neuer Unterrichtsansatz für Unverständnis in der Kirchenleitung. Schliesslich verlor er deswegen seine Lehrerlaubnis und er beantragte seine Laisierung, die vom Papst akzeptiert wurde.

Halbfas beschäftigte sich intensiv mit der Symbolsprache der Religion und wollte sie so zugänglich machen. Er entwickelte daraus eine eigene «Religiöse Sprachlehre», wie der Patmos-Verlag in einem Nachruf schreibt. Er bezog sich dabei auch auf Mythen und Märchen. Halbfas verfasste dazu Lehrbücher und Grundlagenwerke.

«Er wollte Religion verstehbar machen»

Dieser Zugang zur Bibel über die Symbole sei eine der wichtigsten Ansätze von Halbfas, sagt Albrecht Grözinger, emeritierter Theologieprofessor der Universität Basel, auf Anfrage von ref.ch. «Er wollte die Bibel damit verstehbar machen. Über die Symbole kann man Religion intellektuell verstehen, aber auch sinnlich erfahren.»

Zum anderen habe Halbfas versucht, die christliche Religion durch die Begegnung mit anderen Religion zu verstehen. «Dieser Ansatz ist heute, in Zeiten des religiösen Pluralismus, noch wichtiger als in den 60er- und 70er-Jahren, als Halbfas ihn entwickelt hat», findet Grözinger.

Symbole wichtiger als das Wort

Grözinger betont aber auch, dass Halbfas stark in der katholischen Theologie verankert gewesen sei. «Für ihn waren die Symbole manchmal wichtiger als das Wort. In der reformierten Tradition hat das Wort einen anderen Stellenwert.» (mos)