Erst noch in Zürich, dann husch nach Heidelberg (wo der berühmte Katechismus zu Hause ist) und noch am gleichen Tag schnurstracks nach Worms. Und dort hätt ich dann – wie weiland Luther vor dem Reichstag sagen wollen: «Hier steh ich, ich kann nicht anders».
Aber dann stand ich dort nicht wirklich, sondern tafelte spät abends erst ordentlich und lag dann bald ausgestreckt auf dem Hotelbett. Und am Morgen kaum aus dem Bett rannte ich mit unserer Reisegruppe durch Worms zum mächtigen Lutherdenkmal und flugs in den Dom und bald schon wieder zum Reisebus.
Daran ist nun Luther eben auch mitschuldig, denn wäre er wirklich nur im Worms gestanden, hätten wirs ihm leicht gleichtun können. Aber er konnte eben auch anders und kehrte der Reichsstadt – weil es nun nach diesem Diktum und dem endgültigen Bruch mit Rom für ihn lebensgefährlich wurde – bald wieder den Rücken. Und wir, die ihm 500 Jahre später wieder auf den Fersen waren, nahmen ebenfalls nach wenigen Stunden Reissaus.
P.S: Luthers sprichwörtliche Standfestigkeit in Worms ist legendär. Das Zitat ist so nirgends verbrieft, aber so träf, dass man sich nicht von ihm trennen mag. Echte knackige Quotes gibt’s von Luther aber jede Menge: www.luther2017.de/aktuell/lutherworte
Hintergrund der Reise