Hergiswil NW: Reformierte enttäuscht über Aus gemeinsamer Feiern

Bedauern in Hergiswil: Der Präsident der reformierten Kirchenpflege, Fredy Haller, zeigt sich enttäuscht, dass in Zukunft ökumenische Gottesdienste nicht mehr möglich sind. «Das ist ein Schritt um 50 Jahre zurück», sagte er gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung vom 5. Oktober.


Die Nidwaldner Gemeinde Hergiswil zählt viele konfessionsgemischte Ehepaare und Familien. Pro Jahr hielten Katholiken und Reformierte in der Gemeinde mindestens acht gemeinsame Anlässe ab, schreibt die Zeitung. Nachdem der katholische Pfarrer Eugen Yurchenko aus der Ukraine im September 2012 in die Gemeinde kam, sei «ein anderer Geist eingekehrt», schreibt die Zeitung. Die Reformierten fühlten sich nicht mehr ernst genommen, sodass Anfang des Jahres die ökumenischen Gottesdienste eingestellt wurden.

Vor wenigen Tagen trafen sich die Verantwortlichen an einem runden Tisch. Das Ergebnis ist gemäss Zeitung «ernüchternd». Die Zeitung zitiert aus einem Communiqué, in dem es heisst, «dass das Gewissen von Pater Eugen Yurchenko und Pfarradministrator Martin Kopp die Fortführung der ökumenischen Gottesdienste in der bisherigen Form mit gemeinsamer Abendmahls- und Eucharistiefeier, von beiden Pfarrern gemeinsam ausgeteilt, nicht zulässt». Jetzt sind jährlich zwei gemeinsame Gottesdienste geplant und zwar als reine Wortgottesdienste, also ohne Abendmahl.

Der Bischof von Chur, Vitus Huonder, hat im vergangenen November Priester und Gläubige an die Gottesdienstregeln und ihre Pflichten erinnert. Die Kongregation für den Klerus habe sich mit der Bitte um «Klärung zahlreicher Unregelmässigkeiten in Teilen des Bistums, welche vor allem die Feier der Heiligen Messe betreffen» an den Bischof gewandt, hiess es damals. Hergiswil liegt im Bistum Chur.