Heks fordert Erhöhung der Flüchtlingskontingente

Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) fordert eine Erhöhung der Kontingente für syrische Flüchtlinge von 500 auf 5000 in drei Jahren. Ebenfalls setzt sich Heks für eine sofortige Wiederaufnahme des Botschaftsverfahrens ein.


Über 45 Millionen Menschen seien weltweit auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung, schreibt das Heks in einer Mitteilung vom Mittwoch. Allein im Libanon lebten eine Million syrische Flüchtlinge, und täglich würden 2500 Personen neu registriert. Der libanesische Staat sei überfordert in Bezug auf Aufnahmekapazität und Infrastruktur, so das Hilfswerk. Gleichzeitig lebten die Flüchtlinge in einer «prekären Situation». Mit Grenzzäunen in Griechenland und in Bulgarien wollen diese Staaten die Flüchtlingsströme über die Türkei nach Europa stoppen.

Einsatz für Botschaftsverfahren
Vor den wieder aufgeflammten gewaltsamen Auseinandersetzungen im Südsudan im April seien über eine Million Menschen auf der Flucht: über 800’000 Menschen innerhalb des eigenen Landes und über 270’000 Menschen in den Nachbarländern Äthiopien, Kenia, Sudan und Uganda. Auch diese Länder würden an ihre Grenzen stossen bei der Bewältigung der grossen Flüchtlingsströme, schreibt Heks.

Das Hilfswerk fordert in seiner Mitteilung die sofortige Wiedereinführung des Botschaftsverfahrens, damit sich bedrohte Menschen keiner lebensgefährlichen Flucht aussetzen oder sich verantwortungslosen Schleppern anvertrauen müssen. Im Rahmen des Botschaftsverfahrens konnten Personen im Ausland ein Asylgesuch einreichen. Diese Möglichkeit wurde im vergangenen Herbst abgeschafft.