Grosse Nachfrage nach Lebensmitteln
In Deutschland spitzt sich die Situation der Tafeln zu: Lebensmittelspenden sind um 75 Prozent zurückgegangen, doch die Nachfrage hat enorm zugenommen, wie der Bundesverband Tafel Deutschland mitteilt. Jede fünfte der über 960 deutschen Tafeln hat seit dem Ausbruch des Kriegs in der Ukraine mehr als doppelt so viele Besucher wie zuvor. Insgesamt machten Menschen aus der Ukraine 90 Prozent der Tafelkunden in Deutschland aus (ref.ch berichtete).
Auch in der Schweiz ist eine solche Entwicklung spürbar. Die Stiftung Schweizer Tafel verzeichnet seit einigen Monaten eine konstant hohe Nachfrage nach Lebensmitteln, wie es auf Anfrage heisst. Die aufeinanderfolgenden Krisen wie Pandemie, Krieg in der Ukraine und Inflation hätten dazu geführt.
Die Schweizer Tafel sammelt seit 20 Jahren übriggebliebene Lebensmittel in Handel und Industrie, um sie kostenlos an soziale Einrichtungen wie Gassenküchen, Notunterkünfte und Obdachlosenheime sowie an Lebensmittelabgabestellen für Menschen mit kleinem Budget zu liefern.
Doch der Stiftung erschwert heute etwas die Arbeit, was im Grunde eine positive Entwicklung ist: Je erfolgreicher Produzenten, Handel und Kunden im Kampf gegen Foodwaste sind, desto weniger Lebensmittel bleiben übrig. Für die gleiche Menge an Lebensmittelspenden müssen Mitarbeiter der Tafel viel mehr Betriebe und Läden besuchen.
Trotz allem hat die Schweizer Tafel 2022 nach eigenen Angaben über 6000 Tonnen Lebensmittel und Non-Food-Artikel beim Detailhandel und der Industrie gesammelt, die ansonsten entsorgt worden wären – ein Viertel mehr als im Vorjahr. Diese Mengen benötigt die Schweizer Tafel auch, um der aktuellen Nachfrage gerecht zu werden. (dst)