Gottfried Locher ist kein Kirchenmitglied mehr
Gottfried Locher ist aus der reformierten Landeskirche Bern-Jura-Solothurn ausgetreten. «Kirche gibt es auch anderswo», schreibt Locher in einem Text, den die «Sonntags-Zeitung» am 3. April publiziert hat. Ende März war in einem Artikel im «Tages-Anzeiger» von seinem Austritt die Rede gewesen, verschiedene Quellen bestätigten auf Anfrage von ref.ch die Information.
Locher war von 2011 bis 2020 Ratspräsident der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS, zuvor Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund). Im Frühling 2020 trat er von seinem Amt zurück, nachdem mehrere Frauen ihm Grenzverletzungen vorgeworfen hatten.
Eine von der EKS eingesetzte externe Untersuchungskommission kam zum Schluss, Locher habe in seiner Funktion als Vorgesetzter eine frühere EKS-Mitarbeiterin in ihrer sexuellen, psychischen sowie spirituellen Integrität verletzt. Eine Strafanzeige ist nie eingereicht worden, juristisch gilt für Locher die Unschuldsvermutung. Die Aufarbeitung der Causa beschäftigt die EKS noch immer: Aus dem Untersuchungsbericht leiten sich 17 Empfehlungen ab. Über die Umsetzung berät die Synode an ihrer Zusammenkunft im Juni in Sion. (jow)