Genf: Mäzene finanzieren neue protestantische Theologie-Professuren

An der reformierten theologischen Fakultät der Calvin-Stadt Genf soll wieder praktische Theologie gelehrt werden. Einer der Mäzene will damit seiner Mutter gedenken.

Würde wohl auch Genfs Reformator Johannes Calvin freuen: Mäzene finanzieren zwei protestantische Professuren an der Universität Genf. Bild: Wikimedia

Nach einem Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung»  vom 7. Oktober werden ab August 2015 zwei neue Theologieprofessoren lehren, wovon sich nach Universitätsangaben mindestens einer um praktische Theologie kümmert. Bei den Mäzenen handelt es sich um den Privatbankier Charles Pictet, welcher die Professur für praktische Theologie im Gedenken an seine Mutter unterstützen will. Die andere Mäzenin ist eine Familienstiftung, die den ehemaligen Theologieprofessor Jacques de Senarclens ehrt.

Die beiden Professuren werden von den Mäzenen während zehn Jahren finanziert. Es wird mit Gesamtkosten von 4 bis 4,5 Millionen Franken gerechnet; für die Assistentenstellen sowie für den Fernunterricht wird die Universität selber aufkommen.

Bedingungsloses Mäzenatentum

Die beiden Mäzene stellten keinerlei Bedingungen und garantierten die akademische Freiheit; dieser Punkt sei in der Konvention klar festgehalten. So wird Rechtsprofessor Alexis Keller, Präsident des Stiftungsrates der autonomen theolischen Fakultät Genf, in der Medienmitteilung der Universität zitiert. Nächstes Jahr wird die reformierte theologische Fakultät in Neuenburg aufgegeben. Diese kümmerte sich seit 2004 als einzige der drei Westschweizer theologischen Fakultäten (Genf, Neuenburg und Lausanne) um die praktische Theologie und die Ausbildung der reformierten Pfarrer. (kipa)