Frankreich
Schock nach tödlicher Terrorfahrt
Die französische Nation befindet sich Präsident Emmanuel Macron zufolge «in Trauer» nach Schüssen eines Autofahrers auf offener Strasse in der Region Paris. Macron verurteilte den Vorfall bei einem Besuch in der betroffenen Gemeinde Trappes als «rassistischen Terroranschlag», der einen «Wendepunkt» für das Land darstelle.
Ein Mann hatte aus einem Auto heraus auf offener Strasse mit einer automatischen Waffe geschossen. Dabei kam ein Mensch ums Leben, fünf weitere wurden teils sehr schwer verletzt, darunter ein zwölfjähriges Mädchen. Der Verdächtige wurde kurze Zeit später festgenommen.
«Wahrscheinlich islamophober Hintergrund»
Bei dem Verdächtigten handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um einen 1987 geborenen Mann, laut Medien ist er 39 Jahre alt. Bei der Durchsuchung der Wohnung des mutmasslichen Täters wurde gemäss Staatsanwaltschaft eine Sprengfalle gefunden. Diese habe aus drei Gasflaschen und elektrischen Drähten bestanden, die mit einer Zeitschaltuhr verbunden waren. Ausserdem wurden im Fahrzeug des Verdächtigen eine Maschinenpistole sowie eine Tränengasgranate entdeckt.
Der Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, hielt einen islamfeindlichen Hintergrund für möglich. «Was wir heute miterlebt haben, ist objektiv gesehen ein Anschlag mit rassistischem, wahrscheinlich islamophobem Hintergrund», sagte er. Der muslimische Dachverband in Frankreich (CFCM) rief die Musliminnen und Muslime im Land in einer Mitteilung zu äusserster Wachsamkeit auf.
Die Nerven liegen blank im Land
Die Gewalttat kommt zu einer Zeit, in der in Frankreich die Nerven ohnehin blank liegen: Am Samstag kam es in Frankreich erneut zu grossen Protesten, landesweit nahmen rund 400'000 Personen an Demonstrationen teil. In verschiedenen Städten kam es zu Ausschreitungen, insgesamt wurden rund 1000 Personen festgenommen. (sda/ eba)