Bangladesh

Feuer zerstört 800 Hütten von Rohingya-Flüchtlingen

Im Südosten von Bangladesh befindet sich die weltweit grösste Ansammlung von Flüchtlingscamps. Nun kam es zum wiederholten Mal zu mutmasslicher Brandstiftung. Rund 7000 Rohingya sind obdachlos.

Ein Feuer in einem überfüllten Lager von Rohingya-Flüchtlingen in Bangladesch hat rund 7000 Menschen obdachlos gemacht. Knapp 800 Hütten aus Bambus und Planen seien zerstört worden, teilte das Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) mit. Zudem seien 120 Einrichtungen wie Bildungszentren, Moscheen, Gesundheitszentren sowie Latrinen und Badeanlagen ganz oder teils beschädigt worden. Feuerwehrleute hätten am frühen Sonntagmorgen drei Stunden gebraucht, um den Brand zu löschen. Berichte über Verletzte oder Tote gab es nicht.

Eine Untersuchung der Brandursache sei angeordnet worden, sagte ein Flüchtlingsbeauftragter gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Man habe den Verdacht, dass es sich um einen Akt der Brandstiftung handelt. In den Camps brechen in der Trockenzeit von November bis April immer wieder Feuer aus. Ursache ist oft die Gewalt zwischen rivalisierenden Rohingya-Banden, die unter anderem Drogen aus dem benachbarten Myanmar schmuggeln. Zuletzt hatten Kriminelle Anfang März Feuer gelegt, um die Vormacht im Camp zu erreichen. Damals wurden gar 2600 Unterkünfte zerstört.

Rund eine Million Rohingya leben in der weltweit grössten Ansammlung von Flüchtlingscamps im Bezirk Cox's Bazaar im Südosten von Bangladesch. Hunderttausende waren 2017 aus ihrer mehrheitlich buddhistischen Heimat Myanmar geflohen, als das Militär eine Offensive gegen die muslimische Minderheit startete. Die UN bezeichnen ihre Verfolgung als Völkermord. (sda/ eba)