Diakoniekampagne: Jeder Zweite ordnet «Diakonie» Kirche zu

Im Mai und Juni dieses Jahres wurde erstmals in den reformierten Kirchgemeinden der Schweiz mit einer Kampagne für das diakonische Engagement und die Freiwilligenarbeit geworben. Zwei repräsentative Umfragen förderten Überraschendes zutage.

Ergebnisse der Diakonie-Kampage: Kirchliche Sozialarbeit kennen fast alle - und fast alle finden diese auch gut. Künftig muss die reformierte Kirche aber noch sichtbarer machen, was sie im Bereich der «Diakonie» alles leistet. Bild: diakonie-verbindet.ch

Insgesamt beteiligten sich schweizweit fast 500 der möglichen 750 Kirchgemeinden an der Diakoniekampagne «Hoffnungsstreifen». Zur Auswertung der Kampagne befragte das Meinungsforschungsinstitut Demoscope für zwei repräsentative Umfragen jeweils 1000 Personen in der Deutsch- und Westschweiz. Im Zentrum stand der Wissensstand und die Meinungen über das soziale Engagement der Kirchen und die «Diakonie». Die Ergebnisse zeigten: Durch die Kampagne konnten Menschen für niederschwelliges Engagement für Mitmenschen, welche in schwierigen Situationen sind, sensibilisiert und motiviert werden.

«Diakonie» wird stark mit der Kirche in Verbindung gebracht

Kirchliche Sozialarbeit ist fast allen bekannt (90 Prozent) und 95 Prozent finden auch gut, dass die Kirche das macht. An der Spitze der Angebots-Hitparade der reformierten Kirche stehen «Begleitung älterer Menschen», «Jugendarbeit» und «Anlässe für alleinstehende Erwachsene». Überraschend war die Erkenntnis, dass fast die Hälfte der Bevölkerung (49 Prozent) den Begriff «Diakonie» kennt oder schon mal gehört hat. Und 40 Prozent geben an, dass der Begriff «etwas mit der Kirche zu tun hat».

Potential bei jungen Frauen

43 Prozent der Befragten – und nach der Kampagne 48 Prozent – konnten sich «sehr gut» oder «unter Umständen» vorstellen, Aufgaben in der lokalen Kirche unter Anleitung zu übernehmen. Und bereits 15 Prozent leisten Freiwilligenarbeit in der Kirche. Das Potenzial liegt hier hauptsächlich bei jungen Frauen.

20 Prozent der Befragten im Juni beachteten die Plakate, beziehungsweise die Inserate der Kampagne; 35 Prozent konnten lokale Kirchenaktivitäten feststellen. An die einzelnen Sujets und den Begriff «Hoffnungsstreifen» erinnerten sich allerdings wenige (14 Prozent). Eine Mehrheit von 65 Prozent findet es gut und notwendig, wenn sich die reformierte Kirche zu gesellschaftlichen Fragen in der Öffentlichkeit äussert und ganze 81 Prozent finden eine kirchliche Öffentlichkeitskampagne wie «Hoffnungsstreifen» sinnvoll. Sie könne Menschen dazu anregen, den Mitmenschen zu helfen.

Kampagne «passe» zur reformierten Kirche

Auch die kirchlichen Mitarbeitenden wurden befragt. Insgesamt 212 Kirchgemeinden schweizweit haben die ausgefüllten Antwortbogen retourniert. Als Gründe für die Teilnahme an der Kampagne nannten die deutschschweizer Kirchgemeinden die Wichtigkeit, sich als Gemeinde für die Diakonie stark zu machen, allgemein die Notwendigkeit von Öffentlichkeitsarbeit und das fehlende Wissen in der Bevölkerung, was «Diakonie» denn überhaupt sei. Die Wirkung der Kampagne für das Image der Kirche taxierten 84 Prozent der Kirchgemeinden als «sehr gut bis gut». 80 Prozent fanden, die Kampagne habe gut bis sehr gut zur reformierten Kirche gepasst.

Die Kampagne «Hoffnungsstreifen» hatte einerseits zum Ziel, dass sich jeder einzelne Mensch in der Kirchgemeinde daran beteiligen kann. Andererseits zeigte sie, wie sich die reformierte Kirche sozial-diakonisch engagiert und somit zum «Hoffnungsstreifen» in der Gesellschaft wird.

 

Dieser Text ist eine Zusammenfassung eines ausführlichen Berichts zu den Ergebnissen der Diakonie-Kampage «Hoffnungsstreifen» und erscheint in der November-Ausgabe von «a+o», der Mitarbeiterzeitung der Reformierten Landeskirche im Kanton Aargau.

 


 

 Die Kampagne im Internet