Evangelische Allianz: «Religion muss Raum im Schulzimmer haben»

Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) anerkennt Verbesserungen im überarbeiteten Lehrplan 21. Sie mahnt jetzt die Kantone, auch bei der Umsetzung das Schulfach Religion nicht zu vernachlässigen.

Mittelalterliche Skulptur von Adam und Eva. Die SEA begrüsst, dass im Lehrplan 21 wieder biblische Geschichten vorgesehen sind. Foto: Wikimedia/Harmonia Amanda

Die Arbeitsgemeinschaft Schule und Religion der SEA begrüsst, dass neu Inhalte von Religionen im Lehrplan aufgeführt werden: «Die biblischen Geschichten und Kenntnisse der christlichen Tradition tragen dazu bei, dass Kinder und Jugendliche in multikulturellen Kontexten Verantwortung übernehmen.»

Jüngere Schüler nicht überfordern

Der religionskundliche Ansatz des Lehrplans 21 führe allerdings zu einem Vergleichen der Weltreligionen, was jüngere Schülerinnen und Schüler überfordere und verwirre. Würden christliche Inhalte nur oberflächlich thematisiert und dabei vermischt mit Aussagen anderer Religionen, trage das zu Haltlosigkeit und Verunsicherung bei. Das Kennenlernen anderer Religionen sei auf der Primarstufe in einem beschränkten Ausmass zu begrüssen, soweit es einen Beitrag zur gegenseitigen Wertschätzung der anwesenden Kinder leiste.

Christliche Fachkompetenz erhalten

Die SEA fordert die Kantone auf, bei der Einführung des Lehrplans das Fach Religion im Stundenplan beizubehalten oder religiösen Themen in der Stundentafel genügend Raum zu geben. Die Orientierung der Volksschule an christlichen Werten solle weiter in den kantonalen Schulgesetzen verankert sein. Sinnvoll sei der Einbezug von theologisch ausgebildeten Fachpersonen ins Unterrichtsgeschehen: Der säkulare Staat überfordere sich, wenn er die Kirchen mit ihrer Wertevermittlungskompetenz vor die Schultüre stelle.