Die Hoffnungen, die der Arabische Frühling auch bei uns im Westen geweckt hat, machen zunehmend einer Ernüchterung Platz. Dies schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz in einer Medienmitteilung. In Ländern wie Ägypten, Tunesien und selbst in der Türkei herrschen autokratische Machthaber mit islamistischen Tendenzen. In Syrien tobt ein Bürgerkrieg, und regelmässig sind Medienberichte von terroristischen Anschlägen in Libyen oder Pakistan zu lesen. In dieser Situation teilen viele Christinnen und Christen das Anliegen, weltweit für Muslime zu beten.
Ziel der seit 20 Jahren durchgeführten Gebetsinitiative ist es, Christen zu Kontakten mit Muslimen zu ermutigen und dafür noch mehr Hintergrundwissen über deren Religion und Kultur bereitzustellen. Die für die Aktion als Kalender gestalteten Hefte enthalten viele Beispiele für gelungene Begegnungen zwischen Christen und Muslimen, grundlegende Informationen zu einigen islamisch geprägten Ländern und Volksgruppen sowie zu in Europa lebenden Musliminnen und Muslimen, heisst es.
Die SEA schreibt weiter, dass Muslime in der Fastenzeit des Ramadan (9. Juli bis 7. August) besonders sensibel für religiöse Themen und Impulse sind, weshalb dieser Monat Gelegenheiten für tiefe Gespräche über Glaubensfragen und gute Begegnungen bietet. Menschen muslimischen Glaubens könnten in solchen persönlichen Gesprächen auch die Kernbotschaft des christlichen Glaubens kennenlernen. Das deutschsprachige Gebetsheft wurde von den drei Evangelischen Allianzen der Schweiz, Deutschlands und Österreichs gemeinsam erarbeitet.