Rund 300 hätten sich zu Beratungsfällen entwickelt. «Zurzeit erreichen uns pro Woche drei bis fünf neue Anrufe, viele davon mit Bezug zum syrischen Bürgerkrieg», sagte er. «Die Tendenz ist steigend.»
Nur 30 bis 40 Prozent der Anrufer hätten einen Migrationshintergrund, die übrigen nicht. «Dass Betroffene anrufen, ist eher die Ausnahme», fügte der Sprecher hinzu. Stattdessen riefen die Eltern an – hier vor allem die Mütter -, Geschwister, Freunde und Lehrer. Die dreiköpfige Beratungsstelle vermittle dann weiter an Beratungsstellen vor Ort.
Ziel sei es, das Beziehungsumfeld des von der Radikalisierung Betroffenen zu stärken. Erfolge zu vermelden, sei schwierig, heisst es. Doch in Einzelfällen sei es gelungen, Islamisten etwa aus dem syrischen Bürgerkrieg zurückzuholen. Teilweise schalte das BAMF selbst die Sicherheitsbehörden ein, teailweise täten es die Angehörigen oder drängten darauf.
Auch Provokation
Dass sich überwiegend junge Menschen dem Salafismus zuwendeten, habe verschiedene Gründe. Zum einen werde den Jugendlichen Orientierung geboten. Manche Jugendliche wollten aber auch rebellieren und ihre Eltern damit provozieren. «Früher war man eben Punk, heute schockiert man mehr, wenn man sich beispielsweise voll verschleiert oder weisse Gewänder trägt und sich einen Bart wachsen lässt», sagte der Sprecher. (kipa)