Unruhen im Iran

Demonstrant hingerichtet

Im Iran soll ein Mann hingerichtet worden sein, der an den Protestkundgebungen teilgenommen hat. Der Mann soll «Kriegsführung gegen Gott» betrieben haben.

Seit bald drei Monaten protestieren im Iran Menschen gegen das Regime. Nun soll erstmals ein Demonstrant hingerichtet worden sein. Das meldet der «Tagesspiegel» in Berlin unter Berufung auf die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna.

Der Mann sei Ende September verhaftet worden. Er soll eine Sicherheitskraft angegriffen und «Schrecken verbreitet» haben. Das Regime verurteilte ihn wegen «Kriegsführung gegen Gott» und verhängte die Todesstrafe. Das Regime geht mit aller Härte gegen die Demonstrierenden vor, weitere Kundgebungsteilnehmer sollen ebenfalls hingerichtet werden.

Auslöser der Proteste im Iran war der Tod der 22-jährigen Kurdin Mahsa Amini im September. Die iranische Sittenpolizei hatte sie festgenommen, weil sie die Vorschriften für das Tragen eines Kopftuches nicht eingehalten haben soll. Die Frau starb in Polizeigewahrsam.

Seit ihrem Tod demonstrieren landesweit Tausende gegen den repressiven Kurs der Regierung sowie den vom islamischen Herrschaftssystem auferlegten Kopftuchzwang. Bei den Protesten sollen nach Angaben aus Oppositionskreisen im Ausland bisher mindestens 450 Menschen getötet und über 18'000 verhaftet worden sein. (jow)