Wenig Rechtsextreme
Nur wenige der «Pegida»-Mitläufer seien Rechtsextreme, unterstrich der Psychotherapeut. Dieser Meinung ist auch der Dresdner Politikwissenschaftler Werner Patzelt. Er hält eine verfehlte Einwanderungspolitik für die Ursache der fremdenfeindlichen «Pegida»-Bewegung. Im Grunde sei «Pegida» nur das Symptom des dahinter liegenden Problems, sagte Patzelt am Montag dem Hörfunksender MDR Info in Halle. Deutschland wolle zwar ein Einwanderungsland sein, habe aber «keine vernünftige, keine fehlerfreie Einwanderungs- und Integrationspolitik». So sei der Flüchtlingsstrom Wasser auf die Mühlen von «Pegida».
«Europa ist mitschuldig»
Die Teilnehmer der Demonstrationen würden sich in ihren Sorgen bestätigt fühlen, erklärte Patzelt. Aus vielen der «besorgten Bürger» seien inzwischen Empörte geworden. Darunter befänden sich auch viele Menschen, «die mit unserem System innerlich gebrochen haben». Maaz sieht das ähnlich. Es müsse gemeinsam sowohl über das Versagen Europas in der Flüchtlingspolitik geredet werden als auch über die Gefahren des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Viele Menschen ahnten, dass die westliche Lebensweise nicht in Ordnung sei, «dass wir mitschuldig sind an weltweiter Armut, Ungerechtigkeit und Klimakatastrophen». Die Willkommenskultur sei eine Reaktion auf das Wissen, dass «Flüchtlinge kommen, an deren Schicksal auch wir Schuld tragen». (epd)