D: Reformierte sammeln Ideen für schrumpfende Gemeinden

Die evangelisch-reformierte Kirche in Deutschland fordert ihre 145 Gemeinden auf, sich an der Gestaltung der Zukunft zu beteiligen. Die Kirche müsse sinkenden Mitgliederzahlen und absehbar rückläufigen Einnahmen begegnen und wolle darauf nicht nur reagieren.

Die Johannes a Lasco-Bibliothek im deutschen Emden: Hier tagt jeweils die Synode der reformierten Kirche.
Die Johannes a Lasco-Bibliothek im deutschen Emden: Hier tagt jeweils die Synode der reformierten Kirche. (Bild Matthias Süssen/wikimedia)

Deshalb stosse die Kirche einen eineinhalbjährigen Zukunftsprozess an, der am Samstag in Emden beginne, wie der Evangelische Pressedienst epd berichtet. Das kirchenleitende Gremium, das Moderamen, habe dazu ein Impulspapier vorbereitet. Zu der Konferenz in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek haben sich mehr als 200 Delegierte angemeldet. Ihnen wird das fast 50-seitige Papier vorgelegt, das «eine Art Vibration» in der Kirche auslösen soll.

Die Zahl der Mitglieder in der reformierten Kirche wird von heute 180‘000 auf etwa 150‘000 Menschen im Jahr 2030 zurückgehen. Dann müssen die Gemeinden mit etwa einem Drittel weniger Pastorinnen und Pastoren auskommen, heute sind es 150.

Das Impulspapier stellt Strategien für eine kleiner werdende Kirche vor. Dazu gehören Kooperationen zwischen Kirchengemeinden und die Bereitschaft, auf bestimmte Angebote zu verzichten. Auch eine stärkere Vernetzung mit lutherischen, katholischen und freikirchlichen Nachbarn sei denkbar.

Nach dem Startschuss am Samstag werden Ideen gesammelt. Eine «qualifizierte Auswertung» soll im Frühjahr 2017 auf www.reformiert.de veröffentlicht werden. Beschlüsse sind an der reformierten Gesamtsynode im November 2017 geplant. (epd)