«Charlie Hebdo»: 72 Kirchen in Niger zerstört

Seit der Veröffentlichung der jüngsten Ausgabe des Magazins «Charlie Hebdo» seien im Niger 72 Kirchen abgebrannt, wie die Organisation «Open Doors» am 22. Januar berichtet. Mindestens zehn Christen seien getötet worden.

Der Niger (rot).
Der Niger (rot). (Bild: wikimedia/Rei-artur)

Nach der Veröffentlichung der neuen Ausgabe des Magazins «Charlie Hebdo» sei am 16. Januar eine noch nie dagewesene Welle der Gewalt gegen die Christen im Land losgebrochen. Beginnend in Zinder, der zweitgrössten Stadt des Landes, sei es auch in der Hauptstadt Niamey und weiteren Orten zu gewaltsamen Übergriffen gekommen, wie «Open Doors» berichtet. Bislang seien die Zerstörungvon 72 Kirchen, sieben christlichen Schulen, 30 Häusern von Christen und mehreren Pfarrhäusern registriert worden. Mindestens zehn Menschen hätten ihr Leben verloren.

Niger nicht auf dem Index

Niger gehört gemäss Open Doors nicht zu den 50 Ländern des jüngst veröffentlichten Weltverfolgungsindex 2015. Noch auf dem Index 2014 sei die Nation auf dem 50. Rang gewesen. In der Nation mit 98 Prozent muslimischer Bevölkerung mache sich derzeit eine wachsende Radikalisierung bemerkbar.