Bundesrat: Religion von Rekruten soll nicht erfasst werden

Der Bundesrat lehnt es ab, die Religionszugehörigkeit der Rekruten der Schweizer Armee in einer Datenbank zu erfassen. Er weist damit eine Interpellation des Walliser SVP-Nationalrats Jean-Luc Addor zurück.

Die Religionszugehörigkeit bleibt in der Schweizer Armee Privatsache.
Die Religionszugehörigkeit bleibt in der Schweizer Armee Privatsache. (Bild: flickr/Samuel Pfleumer)

In seiner am Donnerstag publizierten Antwort weist der Bundesrat darauf hin, dass jeder Stellungspflichtige einer Personensicherheitsprüfung unterzogen werde. Bei einigen Funktionen werde zudem eine vertiefte Überprüfung durchführt. Bei gewalttätigem Extremismus jeglicher Art verfolge die Armee die Null-Toleranz-Strategie. Der Bundesrat hat dem Ansinnen des SVP-Nationalrats daher eine Absage erteilt.

Loyalität könnte gefährdet sein

Addor kritisiert, dass die Daten zur Religionszugehörigkeit bisher nicht erfasst werden. Das mache die Armee blind für ein Phänomen, das «in einigen Fällen sogar Zweifel über die Loyalität gewisser Einheiten in besonderen Einsätzen aufkommen lasse», schreibt er. In gewissen Kreisen würden die Muslime in nichtislamischen Ländern offen dazu aufgefordert, Schlüsselpositionen in allen Kernbereichen der westlichen Gesellschaft einzunehmen. (sda)