Asylwesen

Bund verzichtet auf eigenes Zentrum für renitente Asylsuchende

Personen, die den Betrieb von Asylzentren massiv stören, sollen weiterhin separiert werden. Allerdings nicht durch Platzierung in eigenen Bundesasylzentren.

Ein eigenes Bundesasylzentrum für renitente Asylsuchende soll es laut dem Staatssekretär für Migration, Vincenzo Mascioli, künftig nicht mehr geben. Die Trennung von Asylsuchenden, die den Betrieb massiv stören, halte er aber weiterhin für richtig, sagte er in einem Interview mit der «NZZ». «Allerdings hat sich gezeigt, dass dies mit besonderen Zentren nicht funktioniert.»

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) plane, renitente Personen zu separieren, sie aber innerhalb der bestehenden Bundesasylzentren oder in unmittelbarer Nähe unterzubringen. Dazu sei ein Pilotprojekt geplant, sagte Mascioli. Wo dieses durchgeführt wird, sagte er nicht. 

Das Projekt bringe vor allem der «grossen Mehrheit der Asylsuchenden, die sich korrekt und friedlich verhalten, einen grossen Mehrwert». Sollten dadurch Kosten gespart werden, wäre es laut Mascioli allenfalls möglich, die Betreuung weiter zu verbessern.

Das SEM hatte Ende Juni angekündigt, das Bundesasylzentrum für renitente Asylsuchende in Les Verrières NE zu schliessen. In den vergangenen Jahren war es immer wieder zu schweren Sachbeschädigungen und ungebührlichem Verhalten von besonders renitenten Asylsuchenden gekommen.

Das SEM betreibt das Zentrum seit Dezember 2018. Darin waren seither jeweils zwischen fünf bis maximal zehn Asylsuchende vorübergehend untergebracht. (sda/ hz)

Beitrag teilen

Lesen Sie mehr zum Thema