BS: Versicherung bietet Kirchenratspräsident und Bischof eine Bühne

86 Direktionsmitglieder der Baloise-Versicherung haben am 1. Oktober an dem vom Unternehmen initiierten Anlass «Freiwilligenarbeit in der Kirche» teilgenommen. Referenten waren der reformierte Baselstädtische Kirchenratspräsident Lukas Kundert und der katholische Bischof Felix Gmür.

Der reformierte Kirchenratspräsident von Basel-Stadt, Lukas Kundert, sieht in der Freiwilligenarbeit auch einen «Dienst für den obersten Rückversicherer». (Foto: ref.ch/Weymann)

Es sei ihm ein Anliegen, dass bei der Baloise die «Tradition des freiwilligen Engagements von Mitarbeitenden hochgehalten» werde, sagte Verwaltungsratspräsident Andreas Burckhardt. Deshalb würden zurzeit in «unregelmässiger Folge Exponenten und Exponentinnen von Institutionen, die auf Freiwilligen- und Milizarbeit angewiesen sind» eingeladen. Die Kirche sei auch eine solche Institution, in ihr geschehe heute «sehr viel Sinnvolles als Beitrag zu einer stabileren und mit Lebenssinn erfüllten Gesellschaft».

«Dienst am obersten Rückversicherer»

Lukas Kundert sagte in seinem Beitrag: «Es gibt Kraft, gebraucht zu werden.» Und Freiwilligenarbeit in der Kirche sei auch noch ein «Dienst für den obersten Rückversicherer». In der reformierten Kirche von Basel-Stadt sei der Rückgang an Mitgliedern und Einnahmen eine grosse Herausforderung. Aber immer noch seien bei 30’000 Mitgliedern 3’000 Freiwillige im Einsatz, und das Engagement komme in der Gesellschaft an. So seien im Rahmen der Basler Museumsnacht am 17. Januar 15’000 Menschen ins Münster gekommen, 400 Freiwillige hätten an diesem Anlass mitgewirkt.

Bischof Gmür betonte das Angewiesensein der Menschen aufeinander. Freiwilligenarbeit ermögliche es, mit vielen Menschen in Beziehung zu treten, den Horizont zu erweitern und festzustellen, dass es nicht nur den eigenen Stress gebe.

Spricht die Kirche genug vom Glauben?

In der anschliessenden Podiumsdiskussion fragte Markus Somm, Chefredaktor und Verleger der «Basler Zeitung», ob die Landeskirchen heutzutage nicht zu wenig vom Glauben redeten und ob ihre Sprache noch angemessen für die heutige Zeit sei. Kundert gab zu, dass es in einer laizistischen Gesellschaft Hemmungen gebe, über seinen Glauben zu sprechen. Aber es brauche auch eine Art religiöse Alphabetisierung in der Gesellschaft, denn es habe in den letzten Jahrzehnten einen gewaltigen «Traditionsabbruch» gegeben, bei dem «Geschichten verloren gegangen» seien. Felix Gmür meinte, für die Arbeit in der Kirche brauche es auch «Interesse am Fundament», ein gewisses «Feeling für den Glauben».