Im August war Kritik laut geworden, das Verfahren berücksichtige zu wenig Frauen und zu wenig Schweizer. In den nächsten Tagen wird die Berufungskommission ihre Arbeit unter Beizug von Beobachtern erneut aufnehmen, wie die «Basler Zeitung» vom 1. November berichtet.
Im August dieses Jahres war am Berufungsverfahren der Theologischen Fakultät Basel Kritik laut geworden: Lukas Kundert, Titularprofessor für Neues Testament, hatte damals den Eindruck gewonnen, Frauen und Schweizer hätten schlechte Karten gehabt. Laut der «Basellandschaftlichen Zeitung» vom 1. November sind aktuell noch zwei der zehn Frauen im Rennen, dies bei insgesamt 37 Bewerbungen.
Das Hauptaugenmerk der Berufungskommission, die sich in diesen Tagen erneut trifft, liege entsprechend auf der Einstellung einer Professorin, zitiert die «Basellandschaftliche Zeitung» den scheidenden Professor Stegemann. Ebenfalls sei wesentlich, dass sie evangelisch-reformierte Schweizerin sei, fügte Stegemann hinzu.
Lehrstuhl oder Leerstuhl?
Für die kommende Sitzung sind laut Angaben der «Basellandschaftlichen Zeitung» zwei Fakultätsmitglieder eingeladen, die jedoch kein Stimmrecht hätten. Die «Basler Zeitung» vom 31. Oktober spricht gar von «mehreren Beobachtern» und nennt die Theologin Luzia Sutter Rehmann, den Münsterpfarrer Lukas Kundert, den früheren Rektor und Theologen Ulrich Gräber sowie die Kunsthistorikerin Barbara Schellewald. Der endgültige Status dieser Beobachter sei jedoch noch nicht geklärt.
Matthias Geering, Leiter Kommunikation und Marketing der Universität Basel, wollte diese Namen gegenüber der Presseagentur Kipa nicht bestätigen. Mit der Aussage Stegemanns konfrontiert, entgegnete er: «Das entspricht mit Sicherheit nicht der Ausgangslage. In einem Berufungsverfahren werden Kandidatinnen und Kandidaten weder auf Grund ihres Geschlechts noch auf Grund ihrer Staatsangehörigkeit diskriminiert.»
Die Basler Ständerätin Anita Fetz, die sich im August ebenfalls darüber empört hatte, dass der Lehrstuhl möglicherweise nicht von einer Frau besetzt würde, erwartet nach wie vor Konkretes: «Wenn immer noch behauptet wird, es gebe keine qualifizierten Frauen, braucht man den Lehrstuhl meiner Meinung nach nicht mehr zu besetzen», sagte Fetz gegenüber der «Basellandschaftlichen Zeitung».