Briten wegen Verdachts auf Sterbehilfe festgenommen

Zwei Briten müssen mit einem Gerichtsverfahren rechnen, weil sie angeblich einen 71-jährigen Rentner in eine Sterbeklinik in die Schweiz begleiten wollten.


Die Polizei ordnete ein psychologisches Gutachten des betreffenden Rentners an, um dessen Entscheidungsfähigkeit zu prüfen, berichtete die «BBC» am 18. August. Die beiden Verdächtigen kamen gegen Kaution bis zu einem möglichen Prozess im Oktober wieder auf frei.

Beihilfe zum Suizid ist in Grossbritannien ein Straftatbestand, der mit bis zu 14 Jahren Haft belegt werden kann. Ende Juli hatte ein Berufungsgericht in London die Forderung zweier Kläger nach aktiver Sterbehilfe zurückgewiesen. Obwohl mehr als 100 Briten in den vergangenen zehn Jahren ihr Leben in ausländischen Kliniken beendeten, wurde bisher niemand wegen Sterbehilfe strafrechtlich verfolgt. Im Februar 2010 gab die Staatsanwaltschaft neue Richtlinien zum Umgang mit solchen Fällen aus; dies führte bisher jedoch zu keiner Verurteilung.