Bischöfliche Kommission beim Presserat abgeblitzt

Die Westschweizer Zeitung «Le Temps» porträtierte eine Frau, die den begleiteten Suizid befürwortet. Darüber beschwerte sich die Kommission für Bioethik der Schweizer Bischofskonferenz beim Schweizer Presserat – ohne Erfolg.


Die bischöfliche Bioethikkommission beanstandete beim Presserat ein Porträt einer Frau, die den begleiteten Suizid befürwortet. Diese Beschwerde wies der Presserat ab.

In einer Stellungnahme vom 17. April schreibt der Presserat, der Journalist der Zeitung «Le Temps» habe der Frau Gelegenheit gegeben, zu erklären, weshalb sie für die «freiwillige Beendigung des Alters» kämpft, ohne diesen Ansatz zu befürworten oder zu verharmlosen.

«Le Temps» habe mit der Veröffentlichung der Geschichte von Madame Jenquel weder gegen die berufsethischen Regeln zur Berichterstattung über Suizid noch gegen die Menschenwürde verstossen, schreibt der Presserat. Vielmehr habe der Artikel zur gesellschaftlichen Debatte über das Thema begleiteter Suizid beigetragen.

Auf den weiteren Antrag der bischöflichen Kommission, die Berichterstattung zum Thema Suizid generell zu verurteilen, trat der Presserat laut Mitteilung nicht ein. Der Presserat äussere sich zwar zu möglichen medienethischen Verstössen von Journalisten in konkreten Artikeln, nehme jedoch nicht allgemein Stellung zur Berichterstattung über ein bestimmtes Thema. (mey)