Berner Münster: Rücktritt der Präsidentin des Kirchgemeinderats

Charlotte Gutscher, die Präsidentin des Kirchgemeinderats des Berner Münsters, tritt nach zwei Jahren zurück. Sie habe im Rat nicht mehr den nötigen Rückhalt, wie der «Bund» am 9. Mai berichtete.

Von hier hat man Weitsicht: Aussicht vom Berner Münster.
Von hier hat man Weitsicht: Aussicht vom Berner Münster. (Bild: Wikimedia/Tschubby)

Der Kirchgemeinderat bringe ihr das Vertrauen nicht entgegen, «das für eine konstruktive Weiterarbeit nötig wäre», zitiert der «Bund» aus Gutschers Demissionsschreiben. Die Demission hänge eng zusammen mit der Strukturdiskussion der Stadtberner Gesamtkirchgemeinde und der «unumgänglichen Neuausrichtung der Münstergemeinde», zitiert der «Bund» Gutscher.

Gutscher war nicht nur Präsidentin des Kirchgemeinderats, sondern auch gesamtstädtisch involviert in den «Strukturdialog», mit dem die Zukunft der zwölf Stadtberner Kirchgemeinden, die in einer Gesamtkirchgemeinde zusammengefasst sind, gestaltet werden soll.

Speziell sind in diesem Prozess gemäss «Bund» die Herausforderungen für das Münster: Als Zentrumskirche strahle es über die Stadtgrenzen hinaus. Es sei aber die kleinste Kirchgemeinde mit rund 2500 Mitgliedern, was rechnerisch 1,1 Pfarrstellen entspreche.

Spezialfall Berner Münster

Weil das Münster als Spezialfall anerkannt ist, seien es heute noch 1,5 Stellen. Die Differenz gehe zulasten der anderen Kirchgemeinden. Eine Aufstockung auf 1,8 Stellen sei im Kirchenparlament gescheitert.

Mit anderthalb Pfarrerstellen seien die hohen Ansprüche des Publikums aber kaum mehr zu erfüllen. Die beiden Münsterpfarrer – Beat Allemand und Esther Schläpfer – hätten nebst der Verkündigung auch andere Aufgaben zu erfüllen. Die Wahl einer neuen Präsidentin findet am 28. Mai statt.